Dr. Claudia Meier - Herzensthema Herz.

Shownotes

Über die Gästin Medizin, Forschung und Familie müssen kein Widerspruch sein. Das zeigt Dr. med. Claudia Meier. Sie ist Oberärztin in der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin. Hier bekleidet sie eine neu geschaffene Stelle an der Schnittstelle von Versorgung und Forschung am Klinikum Lippe. Damit lebt sie ihren Traum: Forschung im Krankenhaus. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die MRT-Bildgebung des Herzens, insbesondere bei aktiven kardialen Devices.

Claudias Universitätsklinik: https://www.klinikum-lippe.de/kardiologie-angiologie-und-intensivmedizin/

Über den Podcast Frauen sind in der Medizin weiter unterrepräsentiert: In der klinisch-theoretischen Medizin sind nur knapp 23 Prozent der Professuren weiblich, bei Chefärztinnen und klinischen Professorinnen liegt der Anteil sogar nur bei 13 bis 14 Prozent. In diesem Podcast erzählen Ärztinnen und Naturwissenschaftlerinnen von aktuellen Forschungsprojekten und ihren Weg dorthin.

Über die Moderatorin Dr. Sarina Bornkessel ist Literaturwissenschaftlerin und verantwortlich für die Kommunikation an der Medizinischen Fakultät OWL, Uni Bielefeld. Zur Medizinkommunikation kam sie eher zufällig. Als Gastgeberin des Podcasts will sie Vorbilder für gelingende weibliche Medizinkarrieren aufzeigen und ein Spotlight auf spannende medizinische Forschung von Frauen richten.

Weitere Infos Infos zu allen Folgen auf uni-bielefeld.de/karrieresprechstunde. An- oder Rückfrage? Schreib uns eine Mail unter kommunikation.medizin@uni-bielefeld.de.

Moderation und Direktion: Dr. Sarina Bornkessel Redaktion: Anika Kilian, Ayse Türkan Schoch Produktion: Wanja Hemprich Design: Franziska Feldmann Technik: Medienpraxis Universität Bielefeld

Transkript anzeigen

00:00:00: Im Krankenhaus arbeiten, Menschenleben retten und trotzdem jede Menge Zeit für die Forschung haben.

00:00:06: Klingt nach einem Traum der unerfüllbar ist?

00:00:09: Dachte ich auch!

00:00:10: Aber dann habe ich meine heutige Gästin kennengelernt.

00:00:13: Das

00:00:13: war eine Stelle, die sozusagen für mich geschaffen wurde.

00:00:16: Die Programmierung von Herzschrittmachern und Defis können viele.

00:00:20: Aber die Kombination aus MRT- und diesen speziellen Geräten ... können tatsächlich wahrscheinlich nicht so viele.

00:00:28: Man kann es als eigene Bestätigung sehen, wenn man Schafftsachen dazu programmieren, die vielleicht mehrere andere Ärzte vor allem nicht geschafft haben und das ist ja ganz bekannt dass seit ganz vielen Jahren viel mehr Frauenmedizin studieren auch oft besser sind.

00:00:42: in der Leistungsbeurteilung und in den Führungspositionen findet man dann eben doch viele Männer.

00:00:47: Es ist auch ein bisschen immer ein Vorurteil.

00:00:50: mal muss ich für eins entscheiden entweder ist man Akademiker sitzt an seinem Kämmer Oder man macht Medizin-Hands on.

00:00:59: Ich finde es jeden Tag erstaunlich, dass ich in einem technischen Bereich der Medizin gelandet bin.

00:01:05: Weil ich zu Hause vom Computer sitze und dann immer meinen Mann fragen muss, wie irgendwas funktioniert?

00:01:10: Oh

00:01:10: Gott!

00:01:12: Das ist leider

00:01:13: echt ein Stereotyp.

00:01:21: Die nächste Bitte ... Willkommen bei der Karriere-Sprechstunde für Frauen in der Uni Medizin.

00:01:28: Unser Podcast für Medizinstudentinnen und Ärztinnen in frühe Karrierestufen, die trotz gläserner Decke ihren Weg in Forschung und Klinik gehen wollen!

00:01:36: Ich bin Dr.

00:01:37: Sarina Bornkessel von der medizinischen Fakultät OWL an der Uni Bielefeld und ich spreche mit ÄrztInnen und Naturwissenschaftlerinnen über ihre Forschungsprojekte und Karrieremwege – von Drittmitteln und Publizieren bis zu Netzwerken, Mentoring, Führung und Vereinbarkeit.

00:01:53: Meine heutige Gästin ist Dr.

00:01:55: Claudia Meyer, sie ist Oberärztin an der Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum Lippe.

00:02:04: Und Claudia lebt diesen Traum!

00:02:06: Forschung im Krankenhaus.

00:02:08: Claudia, erzähl bitte mal!

00:02:10: Was für eine Stelle hast du am Klinikum Lippe genau und welche Vorteile bringt die mit sich?

00:02:15: Ja hallo Sarina erstmal vielen lieben Dank für die Einladung.

00:02:18: schön dass ich hier bin ein bisschen erzählen darf.

00:02:21: meine stelle am klinikum lipperdatmold habe ich.

00:02:28: Das war eine Stelle, die es noch nicht gab.

00:02:30: Die sozusagen für mich dann geschaffen wurde, weil ich klinisch das Kardio-MRT aus kardiologischer Sicht mitgebracht und auch dort... aufgebaut habe, vor allen Dingen am Standort Lemgo.

00:02:43: Radiologisch wird das natürlich auch gemacht aber... Das ist im Prinzip so ein bisschen was Neues Aufstrebendes dass die Kardiologie das auch übernimmt.

00:02:52: ich denke das eine gute Entwicklung.

00:02:54: mehr interdisziplinär zusammenarbeiten auch in die Tätigkeitsfelder anderer Disziplinen ein bisschen mal rein zu gucken sich zu vernetzen und das war wie gesagt neu das gab es vorher nicht.

00:03:05: deswegen bin ich gekommen Aber weil ich ja vorher eben auch an der Uni Münster studiert und dann gearbeitet habe.

00:03:12: Zuletzt als stellvertretende Leitung im Herz-MAT-Zentrum in Münster, hab ich auch so ein bisschen Forschung und Lehre mitgebracht und ja helfe auch beim Aufbau der universitären Lehre, der akademischen Strukturen in der Klinik.

00:03:28: Und das ist eben auch ein ganz neuer Bereich denn wir sind hier noch gar nicht so lange

00:03:32: Uniklinik.".

00:03:33: Das klingt nach ziemlich perfekten Bedingungen für deine Forschung!

00:03:37: Lass uns da mal genauer drüber reden.

00:03:39: Du beschäftigst dich mit der kardialen Amyloidose, eine Form der Kardiomyopathie.

00:03:45: Was genau ist das und wie kommt es zu dieser Erkrankung?

00:03:49: Ja, das ist auf jeden Fall eins meiner Tätigkeitsfelder- und Forschungsschwerpunkte.

00:03:55: Das ist letztendlich eine Speichererkrankungen bei der es zu Ablagerungen... in allen Organen, vor allem aber im Herzmuskel kommen kann.

00:04:04: Das ist eine Erkrankung die noch als Offen-Disease gilt also als selten.

00:04:09: Aber man weiß mit der heutigen Medizin den heutigen diagnostischen Methoden dass es eigentlich sehr viel häufiger vorkommt als das bekannt ist.

00:04:18: Es betrifft vorallem ältere Menschen eben weil es eine Ablagerung ist Also im Laufe des Lebens schlimmer wird.

00:04:24: Es gibt aber auch genetische Formen.

00:04:26: Und ja, tatsächlich ist das etwas was ich im Studium auch noch so als ein Randprodukt gelernt habe nach dem Motto Das musst du nur für die Prüfung fürs IMPP wissen und dann kommt das nie wieder.

00:04:38: Und es ganz witzig dass jetzt tatsächlich ziemlich schwerpunktmäßig eben zu betreuen.

00:04:44: Und man muss sagen, das ist alles eine cofaktorielle Entwicklung weil früher gab es überhaupt gar keine Medikamente dagegen nichts was geholfen hat sondern man hatte das war dann erkrankt wenn's überhaupt erkannt wurde und ist dann auch relativ rasch gestorben.

00:04:57: ja und heutzutage gibt es viele oder einige Medikamente, die es schon auf dem Markt gibt.

00:05:03: Aber auch noch viele in Entwicklung und Forschung.

00:05:05: Da kommt immer wieder was Neues.

00:05:07: Und da kommt natürlich auch, sag ich mal, ein gewisser wirtschaftlicher Aspekt mit rein.

00:05:13: Wenn's Erkrankungen gibt, die man auch pharmacologisch eben therapieren kann, dann wird das Bewusstsein mehr.

00:05:19: Das ist jetzt nicht mehr wegzudenken.

00:05:20: Gerade aus der kardiologischen Welt ist amyloidosa auf jeden Fall ein Thema an dem er nicht vorbeikommt.

00:05:26: Was auch die jüngeren Generationen betrifft ... dass man immer mehr ins Bewusstsein rücken muss.

00:05:32: Dass es eine Erkrankung ist, die man frühzeitig erkennen können sollte und jetzt auch die Therapiemöglichkeiten hat.

00:05:40: Ja, das ist ja verrückt.

00:05:41: Dass da auch so einer ... Randnotiz hast du eben gesagt im Studium jetzt eigentlich deine Hauptarbeit geworden ist und du hast gerade auch schon so angedeutet.

00:05:52: also das Problem bei der kardialen Amyloidose ist nicht die Behandlung sondern die Diagnose.

00:05:59: Was ist da

00:06:00: das Problem?

00:06:02: Die Früherkennung ist natürlich wichtig um Ablagerungen weiter aufzuhalten weil die Medikamente zur Zeit haben, können nur einen Progress verhindern.

00:06:11: Das heißt, wenn man schon im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde, dann ist es zu spät im Prinzip.

00:06:18: Deswegen wollen wir es möglichst früh erkennen.

00:06:21: Es sind aber auch Medikamente in Entwicklung, die das wieder rausholen sollen.

00:06:25: Aber diesen Phase-III-Studien gibt es noch keine auf dem Markt, die dies tatsächlich wieder rauholen können aus dem Gewebe.

00:06:33: D.h.,

00:06:34: die Krankung ist nicht

00:06:35: ... Halber?

00:06:36: Nee, so halber ist sie nicht tatsächlich.

00:06:38: Ist eine chronische Erkrankung.

00:06:40: Du

00:06:40: führst jetzt ein Projekt durch was zwar einen klaren Pharma-Bezug hat aber es ist keine Arzneimittelstudie.

00:06:47: Nein

00:06:47: Warum hast du dich ausgerechnet für dieses Projektsetting entschieden?

00:06:51: Ja also das ist eine Investigator-Initiated Trial.

00:06:55: Das heißt wir haben dasselbe erfunden, weil wir der Meinung waren dass es da eben noch viel Forschungsbedarf gibt.

00:07:03: und letztendlich das Tool mit dem ich all meine Forschung mache ist ja das KADIO MRT.

00:07:08: Dass das eben sehr gut geeignet ist um diese heute noch als selten geltende Erkrankungen zu erkennen.

00:07:15: aber es ist auch einfach klasse eins Indikationen um überhaupt hypertrophierte Herzen also Herzen die einen zu dickes Myokart, also eine zu dicke Herzwand haben.

00:07:25: Zu untersuchen.

00:07:27: und so kam letztendlich die Idee, ein Forschungsprojekt zu machen was uns im Klinikum Lippe eben auch... als Schwerpunktzentrum klassifizieren soll für diese Erkrankung.

00:07:39: Überregional muss man auch sagen, um einen größeren Einstieg in die Forschungslandschaft zu bieten.

00:07:49: Hast du schon erste Daten gesammelt?

00:07:51: Wir untersuchen die Patienten und ich habe auch Daten darüber.

00:07:55: Aber dieses spezielle Forschungsprojekt, was du angesprochen hattest, ist noch nicht initiiert.

00:08:00: Es steht in den Startlöchern!

00:08:03: Man hat viel, viel Hürden sozusagen zu überwinden.

00:08:09: Von Ethikanträgen bis letztendlich Drittmittelbeschaffung und bis es dann wirklich mal losgeht von der Idee bis zur Umsetzung sind wir schon anderthalb Jahre

00:08:18: unterwegs.".

00:08:18: Ja du beschäftigst dich ja nun auch schon echt lange mit MRT-Bildgebung des Herzens?

00:08:24: Bisher auch insbesondere mit aktiven kardialen Devices.

00:08:27: Ich dachte immer, wenn man Metall im Körper hat kann man keinen MRT durchführen lassen wegen der Magnetresonanz.

00:08:34: aber du machst das trotzdem!

00:08:36: Wie geht das?

00:08:37: Ja genau und das ist eigentlich mein Forschungsschwerpunkt Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren im MRT zu untersuchen.

00:08:47: Da hole ich ganz kurz aus, wie ich dazu gekommen bin.

00:08:49: Ich bin originär Rhythmologin.

00:08:52: Also Karniologin, die sich schwerpunktmäßig mit Herz-Rhythmostörungen beschäftigt.

00:08:57: in diesem Zusammenhang war ich auch schon früh in meiner klinischen Laufbahn im Schrittenmahaut-ECD-Bereich eingesetzt und als dann das Herz-MRT-Zentrum in Münster gegründet wurde da wurde auch speziell jemand gesucht der diese Geräte programmieren kann bevor sie ins MRT gehen.

00:09:15: so kam ich zum MRT Und jetzt halt die Rhythmologie ja schon eher verlassen.

00:09:20: Ich beschäftige mich natürlich immer noch damit, aber bin schwerpunktmäßig eben in der Bildgebung.

00:09:25: und es ist eben so das Ja da hast du schon recht dass Metalle an sich sind nicht mehr fähig sondern können nur im R geeignet sozusagen sein, also wir sagen dann conditional.

00:09:40: Sie sind nie safe, sie sind conditional?

00:09:43: Das muss man vorher prüfen.

00:09:44: in der Regel ist es so dass nicht aktive Metalle wie zum Beispiel Prothesen oder sowas da ist das weniger problematisch.

00:09:52: aber in einem Schrittmacher habe ich ja noch eine gewisse Technik mit drin.

00:09:57: Das ist auch nochmal ein ganz anderer Aspekt der damit rein spielt.

00:10:01: und jetzt ist es Zehn, fünfzehn Jahre jetzt schon Geräte die von den Herstellern so konzipiert werden dass sie in einer MRT Umgebung funktionieren.

00:10:12: Man muss das aber vorher einmal prüfen ob es doch keine Kontraindikationen gibt.

00:10:16: da gibts verschiedenste Kontraindikation wie freiliegende Kabel oder Ähnliches.

00:10:21: Da muss man doch noch mal ganz vorsichtig sein, aber wir können eben die Geräte programmieren vor dem Kontakt mit dem Magnetfeld und dann ist in der Regel eben auch eine sichere Untersuchung möglich.

00:10:33: Aber da das eben sehr spezielle Sache ist – und man tatsächlich auch einen Kardiologen braucht, der sich damit auskennt – machen das ja wenige!

00:10:40: Es gibt eine sehr gute weltweite Studienlage, dass das sicher durchführbar ist.

00:10:44: Da hab ich schon einige Studien gemacht, um das weiterzubeweisen auch im Rahmen einer frühen Förderung an der Uni Bielefeld.

00:10:53: Da ist jetzt sozusagen gerade das Paper in der Publikation ... Dass man das unter verschiedensten Bedingungen gut machen kann.

00:11:01: Aber es muss Menschen geben, die sich damit auskennen.

00:11:04: Das ist klar, dass die Sicherheit immer am Vordergrund steht.

00:11:07: Wenn es so selten ist, dass KardiologInnen das können, würdest du sagen, du bist ein Einhorn?

00:11:14: Die Programmierung von Herzschrittmachern und Defis – das können ja viele.

00:11:19: Aber die Kombination aus MRT- und diesen speziellen Geräten, das können tatsächlich wahrscheinlich nicht so viele, weil es nicht nur die Patienten Sicherheit von Bedeutung, sondern auch dann am Ende die Bilder ... können auch Bildartifakte machen.

00:11:37: Es gibt Auslöschungsartifakte dort, wo viel Metall ist.

00:11:41: Das geht nicht nur für die Weiße sondern eben auch für was weiß ich Hüft-Implantat oder was.

00:11:46: und dann ist natürlich die Frage ob die Bildqualität ausreichend ist das zu beurteilen Gerade am Herzen liegt das ja nah zusammen, zu untersuchen ein Gebiet und das Device.

00:11:56: Dann braucht man spezielle Sequenzen in dem Sinne tatsächlich eine spezielle Kenntnis wie man die Bilder dann doch auswertungsfähig macht.

00:12:03: Und wie hast du dir diese Kenntnisse erworben?

00:12:06: Weil im Medizinstudium kommt da so nicht vor!

00:12:08: Nein, nein, das kommt auch nicht vor.

00:12:10: Ich finde es jeden Tag neu erstaunlich dass ich in einem technischen Bereich der Medizin gelandet bin weil ich Zuhause vom Computer sitze und immer meinen Mann fragen muss wie irgendwas funktioniert.

00:12:23: Oh Gott, das ist jetzt leider

00:12:25: echt ein Stereotyp!

00:12:27: Vielleicht habe ich auch einfach da keinen Bock mich damit auseinanderzusetzen?

00:12:30: Ich denke, dass ist auch ein großer Teil.

00:12:33: Als ich in der Rhythmologie in diesem Devicebereich kam, dachte ich schon so oh Gott, es lerne ich ja nie und es hat mich einfach so stark interessiert, dass ich das dann doch relativ schnell gelernt hab.

00:12:43: und dann ist es halt auch wirklich cool und man kann's als eigene Bestätigung sehen wenn Schafftsachen dazu programmieren, die mehrere andere Ärzte nicht geschafft haben.

00:12:53: Man hilft den Patienten damit.

00:12:57: Ein bisschen Hintergrundwissen können gut kombinieren.

00:13:00: Aber wenn man das umsetzen kann, ist es eine positive Bestätigung, da weiterzumachen und sich reinzufuchsen.

00:13:07: Alles was ich mache, das mach ich sehr pedantisch und muss perfektionistisch machen.

00:13:13: Das war eben ein Bereich ... Ja!

00:13:15: wo ich mich ganz gut ausgekannt hab oder hoffentlich immer noch auskenne.

00:13:21: Beim MRT war es genauso, da kam ich zum MRT, wusste im Prinzip gar nichts davon und dachte, was hast du denn jetzt wieder gemacht?

00:13:29: Du warst doch eigentlich ganz glücklich mit allem!

00:13:32: Jetzt musste dich wieder neuen Herausforderungen stellen.

00:13:34: aber das macht ja letztendlich auch den Reiz aus.

00:13:36: Dass man nicht einfach vierzig Jahre lang genau das Gleiche macht sondern dass man sich immer neue Herausforderungen sucht.

00:13:44: Und ich muss sagen, dort in Münster hatte ich eben auch eine sehr gute Schule.

00:13:49: Das Herz-MRT-Zentrum Münster ist meines Wissens nach mit Berlin vielleicht auch das größte deutschlandweit von Kardiologen geführter MRT- Zentrum, muss man sagen und wir haben auch einige Medizinphysiker dort beschäftigt.

00:14:06: Ich habe von einem sehr guten Medizinfysiker tatsächlich die Physik und Technik gelernt.

00:14:13: Wir hatten dort keine MTAs, also keine medizinisch-technischen Assistenten die die Untersuchungen durchführen.

00:14:20: Wir haben sie alle selber gemacht.

00:14:21: Das heißt ich saß da selber, hab das technisch selber durchgeführt konnte nebenbei schon befunden und es gibt einfach einen ganz tiefen Einblick ins Herz.

00:14:30: Und das muss ich sagen, das fasziniert mich immer noch und das finde ich total gut und verfolgt das immer noch.

00:14:36: man kann nicht nur so an sich Bilder machen wie man das jetzt vielleicht kennt, von den ganzen anderen Organen.

00:14:43: Man kann auch total viele hemodynamische Informationen gewinnen und dann probiert man was Neues aus und kann wirklich gute Erkenntnisse gewinnen die mit den anderen bildgebenden kardiologischen Verfahren nicht möglich sind.

00:14:59: Da sieht man auch wieder das Interesse.

00:15:01: Ich merke dir richtig an, du brennst total für dieses Thema!

00:15:06: Genau und so kam es dann auch dass ich mich am Ende technisch glaube ich ganz gut auskenne und dann auch sagen kann wenn ein Bild nicht gut gelingt.

00:15:16: jetzt hier habe ich mta's.

00:15:17: das ist ja sehr gut sehr schön weil man da natürlich auch insgesamt ganz gut support hat und die Untersuchungen zügig durchführbar sind.

00:15:24: wo ich dann aber auch Fragen beantworten kann und die sagen, wie können wir es noch verbessern?

00:15:27: Und wenn man sich selber technisch auskennt, ist das natürlich ein Vorteil.

00:15:31: Man kann wirklich gute Untersuchungen zustande bringen.

00:15:35: Dein

00:15:35: ersten Job hast du ja direkt in einer Uniklinik gehabt, also im Münster, wo du deine fachärztliche Weiterbildung gemacht hast.

00:15:42: Aber mit der Forschung hast du erst danach angefangen, richtig?

00:15:47: Ja, genau.

00:15:48: Also ... Es ist natürlich so, dass in einem klassischen ärztlichen oder medizinischen Werdegang ... Ich weiß nicht, ob es heute noch so ist, aber damals war's schon so, wir haben uns eine Doktorarbeit gesucht.

00:15:59: Die hab ich mir auch relativ früh gesucht im siebten Fachsemester.

00:16:03: Auch schon in der Kardiologie und das ist natürlich auch Forschung, ne?

00:16:08: Dass man da schon mal Daten sammelt auswertet und eben ein wissenschaftliches Resümee daraus zieht.

00:16:14: Da ist mein Doktorvater dann aber weggegangen wie es so häufig ist und da habe ich dann nicht mehr einen Anschluss, so richtig eine Forschungsgruppe gehabt.

00:16:22: Und dann hatte ich mir gedacht naja ich will jetzt erst mal ein guter Arzt werden und hab mich tatsächlich auf die Klinik konzentriert.

00:16:32: Das finde ich prinzipiell auch immer noch gut, weil das ist natürlich die Grundlage für die Forschung.

00:16:37: Dass man tatsächlich sich in der Klinik sehr gut auskennt.

00:16:40: Ich glaube, dass separiert medizinische Forscherinnen und Forscher von Naturwissenschaftlichen muss man sagen.

00:16:48: Denn sie haben viel mehr Einblick tatsächlich in diese ganzen Laborchemischen Prozesse.

00:16:57: Und die sitzen da wirklich und denken und können das viel besser als wir Medi- Ich muss ganz ehrlich sagen, Biochemiker und so weiter.

00:17:05: Großen Respekt vor diesen Disziplinen.

00:17:09: aber wir haben natürlich den Menschen.

00:17:11: ich mache ja auch nur klinische Forschung ich mach keine Laborforschung was heißt nur weil ich glaube aus meiner Sicht ist das auch was heißt wichtiger aber ich sehe ja dem Patienten nicht freue mich dann wenn ich tatsächlich auch menschen helfen kann mit innovativen Verfahren oder mit experimentellen Verfahren Und ich sehe die direkt.

00:17:32: Das ist ja sozusagen keine Zelle, die freut sich nicht die Zelle sondern der Mensch wenn man ein Behandlungserfolg hatte.

00:17:39: Ja das ist vielleicht auch der Charme an der Stelle die du jetzt hast dass du genau diese Schnittstelle mitnehmen kannst.

00:17:46: also auf der einen Seite bist du ganz nah am betroffenen Menschen dran und auf der anderen Seite verfolgst du aber genau dein Herzensthema in der Forschung und vielleicht ist das der Reiz dieses Jobs.

00:17:58: Genau, auf jeden Fall!

00:17:59: Das ist natürlich auch keine normale Stelle wie Du schon gesagt hast dass Verein verschiedene Disziplinen miteinander.

00:18:09: Das ist auch sehr anstrengend, muss man sagen.

00:18:11: Ich bin zum Teil noch in der Niederlassung.

00:18:16: Dass ich in einer kardiologischen Praxis arbeite wie ein ganz normaler niedergelassener Kardiologe.

00:18:21: Dann bin ich am Krankenhaus mit dem klinischen Schwerpunkt der MRT-Bildgebung.

00:18:27: und dann habe ich das Tätigkeitsfeld Forschung und Lehre.

00:18:30: Das wird immer in einen Topf geworfen Aber Forschung und Lehre sind auch noch mal verschiedene Themen.

00:18:38: Wer eine Superforschung macht, muss kein guter Lehrer sein, andersrum eben auch.

00:18:43: Und ich mach alles.

00:18:44: Manchmal sagen auch viele so, man überfordert dich das nicht, kannst du dich nicht auf eine Sache konzentrieren?

00:18:50: Dann denk ich manchmal abends irgendwie wenn ... Wenn das maßvoll ist ja irgendwie so viel parallele Sachen.

00:18:56: Wer weiß wo es noch hinführt.

00:18:57: aber wie du schon sagst, ich lebe das natürlich auch und lieb das wirklich von der Grundlage, wo einfach ein Patient ohne irgendwelche Vorpapiere oder irgendwas zu mir in die Praxis kommt und sagt Ich hab schlimme Luftnoten und dann muss ich irgendwas draus machen bis halt hinten dann fahr' beim MRT habe ich eine Forschungspatientin und mache da was ganz Spezielles, das tatsächlich so weltweit noch keiner vor mir publiziert hat.

00:19:19: Ja ist echt krass!

00:19:22: Du hast mir im Vorgespräch erzählt dass du in früheren Jobs beobachtet hast, dass Männer eher in der Forschung gefördert werden als Frauen.

00:19:32: Was glaubst du, woran liegt das?

00:19:33: Das ist eine gute Frage.

00:19:34: Das betrifft wahrscheinlich nicht nur die Medizin sondern eben viele Berufe, dass es halt doch noch ein klassisches Rollenmodell so im Denken gibt.

00:19:46: Wahrscheinlich werden wir immer viel moderner und das betrifgt die heutigen Generation vielleicht nicht mehr ganz so stark.

00:19:54: Aber es ist schon ... in der Arbeitswelt auch abgebildet.

00:20:00: Da muss ich jetzt mal das Ärzteblatt zitieren, das hat Jungs Zeichnet als Frauenbetriebe, die von Männern geführt werden.

00:20:13: Und man, dass es leider sich zutrifft?

00:20:15: Das ist wahrscheinlich nicht nur im Krankenhaus, sondern in vielen Bereichen.

00:20:19: Das ist ja ganz bekannt, das seit ganz vielen Jahren viel mehr Frauenmedizin studieren auch oft sozusagen besser sind in der Leistungsbeurteilung und dann gibt's irgendwann diese Schere.

00:20:34: In den Führungspositionen findet man eben doch viele Männer muss man sagen.

00:20:39: Und das ist, glaub ich auch der Grund, warum mehr Männer irgendwie früher sichtbar sind in der Forschung.

00:20:46: Die haben sozusagen die männlichen Rollenvorbilder und vielleicht denkt man als Frau manchmal ... Auch das kann ich ja eh nicht oder da komme ich eh nicht hin.

00:20:56: Man muss sagen, Männer haben grundsätzlich wahrscheinlich auch nicht nur in der Medizin eine größere Community, ne größere Vernetzung direkt von Anfang an sehr kumpelhaft zusammen und machen ihre Projekte.

00:21:08: Und als Frau hat man, finde ich manchmal das Gefühl ... Ja, wenn man so eine Frauen-Community bildet, dann ist das vielleicht irgendwie gezwungen, weil wir die Frauen- Community bilden müssen?

00:21:19: Aber das ist es ja nicht!

00:21:21: Das wollen wir ja und das soll ja auch gefördert werden.

00:21:24: aber trotzdem ist das so.

00:21:26: bei allen Gesellschaften so extra Frauen-Communities.

00:21:31: Und dann denk ich mir immer, das find' ich auch gut!

00:21:33: Ich geh da dann auch hin, wenn die eine Session haben aber ... Irgendwie dadurch, dass das so betont wird.

00:21:38: Wir müssen jetzt die Frauen fördern und dann denkt man immer ... Da werden wir ja direkt dargestellt als wären wir zu schwach und könnten uns nicht selber organisieren!

00:21:47: Also es hat immer zwei Seiten einer Medaille.

00:21:49: Und weil tatsächlich gerade die Medizin und vor allen Dingen die Kardiologie muss man sagen, immer noch ein sehr Männerdominierter Bereich ist, hatte ich auch persönlich nicht ganz so früh Kontakt mit Forschungsgruppen oder akademischer Karriere.

00:22:05: Gerade wenn dann die weiblichen Vorbilder irgendwie auch fehlen, ist es schwer, da Orientierung zu finden.

00:22:10: Wenn man in so ein Buddy-Netzwerk kommen muss, wo halt einfach Männer das sagen haben?

00:22:15: Genau!

00:22:15: Das hat sich schon gewandelt über die Zeit.

00:22:18: Es sind jetzt auch einige Frauen in Führungspositionen und trotzdem ist die Chefärztin an sich eben noch eher selten... Kürzlich ist eine Freundin von mir, Chefärztin geworden.

00:22:30: Da bin ich sehr froh, dass sie das eben auch so durchzieht und sich da behauptet.

00:22:37: Aber es ist auch schwer!

00:22:37: Ja

00:22:38: aber du hast gleich in zwei Förderlinien der Fakultät Mittel eingeworben.

00:22:42: Nämlich im Anschubfonds Medizinische Forschung... ...und im Female Clinician Scientist Programm was sich ja auch sagt schon der Name direkt an Frauen richtet.

00:22:52: Was hat dir diese Förderung gebracht?

00:22:54: Ja, also das Female-Klindischen Scientist.

00:22:57: Das war das Projekt, was ich ganz am Anfang eingeworben habe, wo ich mich auch sehr gefreut habe, dass die Uni mich da fördert.

00:23:07: Damit habe ich im Prinzip auch die Forschungskontingente, die Slots am Gerät in LEMGO am MRT bekommen können.

00:23:20: Vielleicht hätte ich sie auch mit guter Zurede so bekommen.

00:23:22: Aber das ist natürlich noch mal mehr ein Argument, wenn da ein Netzwerk und eine offizielle Förderung hintersteht, dass man auch sagen kann ... So!

00:23:30: Ich hab' das jetzt?

00:23:31: Dann setze ich das auch

00:23:31: um.".

00:23:32: Und es sind ja auch Freistellungszeiten mit berücksichtigt in diesem Projekt, dass ich schon auch Blocks im Prinzip hatte, wo ich klinisch nicht verplant war.

00:23:42: Passt natürlich nicht immer so.

00:23:43: Und das ist generell ein Thema, wer forschen möchte.

00:23:48: Der muss auch bereit sein, das in seiner Freizeit zu machen.

00:23:52: Es sollte nicht so sein, aber es ist so.

00:23:54: Und ich glaube das betrifft nicht nur die Medizin und Forschung sondern jeden Beruf in dem man vorankommen will noch mal irgendwas anderes machen will.

00:24:01: da muss man schon bereit sein auch Zeit nochmal dafür zu investieren.

00:24:06: Das hat aber ganz gut geklappt bei mir dass ich auch die Freistellungszeiten hatte und ja eben dieses Projekt ganz gut durchziehen konnte, was jetzt erfolgreich beendet ist und wie gesagt gerade auf die Publikation wartet.

00:24:18: Ja sehr schön!

00:24:20: Du hast allerdings im Vorgespräch auch erwähnt dass es Initial gar nicht so einfach war überhaupt eine Forschungsgruppe für deinen Vorhaben zu finden?

00:24:28: Warum war das so schwierig?

00:24:30: Genau also da spring ich vielleicht nochmal zurück nach Münster.

00:24:34: wenn man da einfach sozusagen nicht drinnen ist dann weiß man ja auch nicht ob ein das interessiert oder nicht.

00:24:40: Und das ist vielleicht auch ein Rat an alle, die darüber nachdenken.

00:24:43: Dass man einfach frühzeitig mal reinschnuppert ob Forschung überhaupt was für einen ist und ob das Themengebiet dann auch passt.

00:24:51: Also das kann man zum Beispiel gut über eine studentische Hilfskraftstelle machen da kann man schon einmal ein bisschen arbeiten.

00:24:56: Positiver Nebeneffekt ist dass man sich auch etwas dazu verdienen kann.

00:25:01: Dann kann man in die Projekte reinschauen kriegt vielleicht auch ne Co-Autorenschaft auf bestimmten Forschungsergebnissen.

00:25:09: Und wenn man sich dann dafür entscheidet, dass man sich auch proaktiv sozusagen reinbringt.

00:25:16: Ich hab's noch nie erlebt, dass Forschung so ist ... Dass man auf einer Ausschreibung wartet und dann macht man das?

00:25:23: Dann isst man sowieso nicht ganz mit dem Herzen dabei, weil der initiale Anschub war ja von wem anders.

00:25:28: Man musste es schon selber bringen, muss das auch selber umsetzen.

00:25:33: Mein Problem war einfach, ich hatte keinen richtigen Zugang.

00:25:36: Hab da so ein paar Projekte probiert, aber das ist im Sande verlaufen.

00:25:40: Erst als ich im MRT war und gemerkt hab, okay, das ist super spannend!

00:25:44: Und dass auch in einem Feld wo noch viel erforscht werden kann... Da hatte ich dann ja wirklich eine Gruppe die insgesamt akademisch-wissenschaftlich ausgerichtet war in diesem universitären Setting und da habe ich es erst richtig gelernt und hat's dann Spaß gemacht.

00:25:57: Also

00:25:58: du würdest schon sagen wenn man nicht mit dem Herzblut dabei isst?

00:26:02: Dann ist es eine Qual.

00:26:04: Das auf jeden Fall, das ist Herr Eddon als Mediziner muss man's ja nicht machen.

00:26:09: Es muss ja auch keinen Doktorarbeit geschrieben werden und dass es sicherlich in Ordnung und da gibt es ganz viele gute Ärzte die praktizieren, die Menschen helfen und einfach das Beste tun und nicht wissenschaftlich aktiv sind ist auch immer ein Vorurteil.

00:26:25: Man muss sich für eins entscheiden, entweder ist man Akademiker und sitzt in seinem Kämmerlein oder man macht Medizin-Hands on ... Und es eben ja bei der schmutzigen Arbeit vielleicht manchmal auch?

00:26:39: Oder der Blutige, genau!

00:26:41: Wollte ich jetzt nicht so sagen.

00:26:43: Aber ich denke nicht, dass das Stereotyp differenziert werden muss.

00:26:49: Ich versuche das auch umzusetzen.

00:26:53: gut oder hundert Prozent die Leistung abliefern, will dann erfordert das einfach mehr Einsatz.

00:26:59: Punkt!

00:27:01: Ja.

00:27:02: Okay.

00:27:02: Punkt.

00:27:12: Jetzt bist du forty-two Jahre alt?

00:27:14: Du hast neben deiner Karriere noch zwei Kinder im Grundschulalter und einen Mann, der einen Job mit viel Reisetätigkeit hat.

00:27:21: Und du hast eben auch noch erwähnt ... dass du in einer niedergelassenen Praxis tätig bist?

00:27:27: Diese Lebensphase nennt man ja scherzhaft gern die Rush Hour des Lebens.

00:27:31: Bei

00:27:31: dir ist richtig viel Rush!

00:27:34: Schläfst du auch irgendwann?

00:27:35: Wie jonglierst du all diese Bälle?

00:27:37: Ja das ist ein guter Ausdruck, das passt nämlich weil manchmal ... ziehen die Tage und die Wochen so an einem vorbei.

00:27:44: Man denkt, mein Gott irgendwie ... Warum ist das alles schon wieder so schnell vorbeigegangen?

00:27:49: So ganz genau?

00:27:50: ein Patentrezept dafür habe ich nicht.

00:27:51: Es soll halt alles Spaß machen, muss man sagen und das macht es mir.

00:27:56: Das ist jetzt nicht nur so dass ich in der Klinik oder im MRT oder in einem Forschungslabor super happy bin sondern ich liebe auch meine Familie und würde nie darauf verzichten.

00:28:07: Und wenn's ganz hart auf hart kommen würde dann würde ich mich immer für die Familie entscheiden.

00:28:13: ist, glaube ich einfach so.

00:28:14: Ist auch eine Typfrage und es ist oft sehr hart und sehr eng gestrickt und wir haben ein bisschen Support noch zu Hause durch meine Mutter.

00:28:24: aber insgesamt ist es schon mit unseren Terminen immer ein bisschen hart und es fordert von den Kindern dass sie ja früh autark geworden sind das die tatsächlich Ja, Schlüsselkinder sind und schon mal eine halbe Stunde alleine zu Hause sind bevor dann jemand kommt.

00:28:42: Aber ich denke auch, dass das nicht das Schlechteste ist und es zur Selbstständigkeit erzieht.

00:28:47: Und es zeigt auch unseren Kindern, wenn wir viel hart arbeiten, dass wir gut vorankommen können, viel erreichen können ... Dass sich das lohnt!

00:28:55: Siehst du dich da als Vorbild für deine Kinder?

00:28:59: Die sehen ja, dass beide Eltern einen fordernden Job haben und dass du und deinen Partner euch gegenseitig unterstützt.

00:29:05: Also, ich hoffe es.

00:29:09: Natürlich sagen die aus kindlicher Sicht Mama du sollst nicht so viel arbeiten.

00:29:14: Aber ich denke dass sie auch stolz drauf sind was ich schon alles geschafft habe das sie das auch mitbekommen Die haben das auch schon aktiv mit bekommen wenn ich dann am Wochenende oder was Forschungsprojekte hatte und die einfach mitnehmen musste Und dann fanden die das auch immer ganz spannend.

00:29:31: Die waren schon mal auf Kongressen mit und finden es spannend, was da passiert.

00:29:35: Ich glaube nicht, dass jemand von den Arzt wird ... Das muss gar nicht sein, würde ich auch gar nicht empfehlen oder mir wünschen.

00:29:42: Aber ich denke, was die lernen, was später in jeder beruflichen Situation wichtig ist, dass man Disziplin braucht, Durchhalte vermögen, seine Ziele zu verfolgen wenn's ... Rückschläge gibt.

00:29:56: Und das halt einfach auch nicht alles immer so angeflogen kommt, ne?

00:29:59: Also manchmal hat man ja den Eindruck ... Das soll jetzt kein Gender-Bashing sein aber dass vieles sehr bequem angeboten werden muss.

00:30:10: Das ist zumindest den Eindruck, den man manchmal bekommt sag ich mal und das ist es halt nicht tatsächlich in der Lebenswirklichkeit.

00:30:17: da wird nicht alles optimal angeboten und dann muss man damit zurecht kommen, dass man selbst einmal dasteht und sich das selber organisieren muss, alles.

00:30:26: Ja,

00:30:26: das gehört halt leider irgendwie dann doch auch dazu, ne?

00:30:29: Auch zu so einem Leben mit vielen Bällen die in der Luft gewirbelt werden müssen, das ist wohl so.

00:30:37: Wir kommen jetzt langsam zum Ende.

00:30:40: wenn du auf deine berufliche Laufbahn zurückschaust was hättest du gern schon früher gewusst?

00:30:45: Also ich hätte vielleicht gerne schon früher gewusst oder erfahren, dass man nicht mit der Medizin an sich ganz fertig sein muss und alles wissen muss bevor man mit der Forschung anfängt.

00:30:57: Natürlich war mir das auch irgendwie klar aber es war mir persönlich wichtig erst ein... Wenn man aber Interesse merkt, ist es von Vorteil, dass man sich frühzeitig schon kleine Projekte sucht.

00:31:10: Wie ich erwähnt hab als Studentische Hilfskraft zum Beispiel um da reinzuschauen und zu gucken ob das überhaupt was für einen ist.

00:31:16: Dann hat man ja direkt eine Eintrittskarte vielleicht in der Forschungsgruppe eben diese frühe Connection in die Community, damit man weitere Projekten machen kann.

00:31:27: Dafür ist sie wichtig, dass wir schon früh fachliche und strategische Mentoren hat, die einem zeigen wie es läuft.

00:31:34: Und genau das wird ja von der Uni Bielefeld auch gefördert in diesem Modellstudiengang, was ich tatsächlich ganz gut finde.

00:31:42: Viele haben gesagt, mit denen ich darüber gesprochen habe ... Das ist total unnötig, dass man da schon so frühwissenschaftliche Projekte macht und das kann man immer noch machen.

00:31:51: Man will jetzt erst mal Medizin studieren und die Medizin lernen.

00:31:56: Wie gesagt, es ist schmückenloses Beiwerk et on nachher die Wissenschaft, aber das ist eben nicht.

00:32:01: Wer moderne Medizin machen will, der sollte zumindest, wenn er nicht selber Forschung macht.

00:32:07: Aber mit der Literatur sich total up to date halten.

00:32:10: Weil so viel passiert, dass man da einfach am Ball bleiben muss.

00:32:15: Deswegen ist es sinnvoll eben auch schon die wissenschaftlichen Methoden und das wissenschaftliche Arbeiten sehr früh kennenzulernen.

00:32:22: Also wer jetzt in der Schule überhaupt kein Mathe mochte, der wird mit der Statistik auch nicht glücklich sein, sag ich mal!

00:32:31: Das muss man wissen... Ja, wissenschaftliches Lesen.

00:32:35: Wissenschaftliches Schreiben sind alles Dinge.

00:32:38: Lese ich hier immer wieder im E-Mail-Verteiler, dass das auch angeboten wird.

00:32:43: Dass man da schon mal reinschaut und sich das anguckt.

00:32:46: Denn das wusste ich gar nicht so.

00:32:48: Also in meinem Studium in Münster ... Ich hab in dem Jahr three angefangen.

00:32:54: Das war ein ganz klassisches verschultes Medizinstudium.

00:32:57: Da kann ich mich gar nicht erinnern, wissenschaftlich im Lesen schreiben und interpretieren hatten.

00:33:05: Wir hatten ein bisschen Statistik, aber das reicht nicht.

00:33:09: Das für eine moderne Medizin muss da schon vorher auch mit drin sein Und das kann ich allen auch nur mitgeben wer sich dafür interessiert Frühzeitig reingucken, wer sagt Wissenschaft?

00:33:20: Nein.

00:33:20: Das wird nie mein Steckenpferd

00:33:21: sein.".

00:33:22: Dann bitte aber so ein bisschen reflektiert eben lesen lernen die ganzen Artikel, die veröffentlicht werden dass man die auch vernünftig interpretieren kann.

00:33:30: Liebe Claudia

00:33:31: danke für das spannende Gespräch!

00:33:33: Toll, dass du heute meine Gästin warst.

00:33:34: ich habe

00:33:35: richtig viel gelernt.

00:33:48: Für weitere Infos schau gerne in die Show Notes.

00:33:51: da hab ich dir Claudias Universitätsklinik verlinkt.

00:33:54: Danke, dass Du heute zugehört hast.

00:33:55: Wenn du Fragen oder Anmerkungen zur Folge hast, schreib mir gerne eine Mail an kommunikation.medizinatuni-bielefeldt.de.

00:34:04: Und wenn du magst, abonniere gern den Podcast!

00:34:07: Dann verpasst du keine Folge.

00:34:09: Ich bin Dr.

00:34:09: Serina Bornkessel und wir hören uns in der nächsten Karrieresprechstunde.

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