Dr. Katharina Rauhe - Knochenarbeit.
Shownotes
Über die Gästin Eine Frau in der Orthopädie – das ist ein recht seltener, aber kein ungewöhnlicher Anblick. Dr. med. Katharina Rauhe ist in der Fachärzt*innenausbildung in der Universitätsklinik für Orthopädie am Klinikum Bielefeld. Neben ihrem Klinikalltag, bestehend aus Visiten, OPs, Notaufnahme und unfallchirurgischen Diensten, baut sie derzeit ihre Forschung auf. Diese befasst sich mit Knochentumoren, insbesondere den sogenannten Sekundärtumoren, also Karzinommetastasen in den Knochen. Ihr Weg in der Forschung war nicht immer einfach, was sie aber nicht von ihrem Ziel abbringt, eines Tages eine klinische Führungsposition zu übernehmen.
Alle Infos zu Katharinas Universitätsklinik findet ihr hier: https://www.klinikumbielefeld.de/universitaetsklinik-fuer-orthopaedie-zentrum-fuer-orthopaedie-und-unfallchirurgie.html
Über den Podcast Frauen sind in der Medizin weiter unterrepräsentiert: In der klinisch-theoretischen Medizin sind nur knapp 23 Prozent der Professuren weiblich, bei Chefärztinnen und klinischen Professorinnen liegt der Anteil sogar nur bei 13 bis 14 Prozent. In diesem Podcast erzählen Ärztinnen und Naturwissenschaftlerinnen von aktuellen Forschungsprojekten und ihren Weg dorthin.
Über die Moderatorin Dr. Sarina Bornkessel ist Literaturwissenschaftlerin und verantwortlich für die Kommunikation an der Medizinischen Fakultät OWL, Uni Bielefeld. Zur Medizinkommunikation kam sie eher zufällig. Als Gastgeberin des Podcasts will sie Vorbilder für gelingende weibliche Medizinkarrieren aufzeigen und ein Spotlight auf spannende medizinische Forschung von Frauen richten.
Weitere Infos Infos zu allen Folgen auf uni-bielefeld.de/karrieresprechstunde. An- oder Rückfrage? Schreib uns eine Mail unter kommunikation.medizin@uni-bielefeld.de.
Moderation und Direktion: Dr. Sarina Bornkessel Redaktion: Anika Kilian, Ayse Türkan Schoch Produktion: Wanja Hemprich Design: Franziska Feldmann Technik: Medienpraxis Universität Bielefeld
Transkript anzeigen
00:00:00: Bisher hatte ich Glück.
00:00:01: Ich habe mir noch nie einen Knochen gebrochen oder ein Gelenk ausgekugelt.
00:00:05: Daher waren meine Berührungspunkte mit der Orthopädie bisher überschaubar.
00:00:10: Was mir aber bei jedem Praxisbesuch aufgefallen ist, in der Orthopedie scheinen überwiegend Männer zu arbeiten und dieser Eindruck stimmt!
00:00:18: Die Frauenquote in der orthopädi liegt bei unter zwanzig Prozent.
00:00:22: je höher Frau auf der Karriereleiter steigt desto dünner wird die Luft.
00:00:26: Chefärztliche Positionen sind nur noch zu acht Prozent mit Frauen besetzt.
00:00:55: Also ich selber hab halt noch nicht jetzt den Anspruch gehabt, die Stelle groß zu wechseln.
00:01:00: Insofern brauchte ich noch nicht dieses Vitamin B um irgendwo reinzukommen.
00:01:03: Ich arbeite sehr viel, ich arbeite auch sehr gerne sehr viel.
00:01:07: Das ist aber nicht bei allen Menschen der Fall und das kann man auch nicht von allen verlangen.
00:01:11: Aber da eine Waage zu finden dass man nicht frustriert ist, dass man selber sehr viel arbeitet und andere nicht... ...das ist manchmal nicht so
00:01:17: einfach.
00:01:25: Die nächste bitte!
00:01:27: Willkommen bei der Karriere-Speichstunde für Frauen in der Uni Medizin.
00:01:31: Unser Podcast für Medizinstudentinnen und Ärztinnen in frühen Karrierestufen, die trotz gläserner Decke ihren Weg in Forschung und Klinik gehen wollen!
00:01:40: Ich bin Dr.
00:01:41: Serina Bornkessel von der medizinischen Fakultät OWL an der Uni Bielefeld – ich spreche mit Ärzten und Naturwissenschaftlerinnen über ihre Forschungsprojekte und Karrierenwege.
00:01:51: von Drittmitteln und Publizieren bis zu Netzwerken, Mentoring-, Führung- und Vereinbarkeit.
00:01:56: Ich freue mich sehr, meine heutige Gästin zu begrüßen!
00:01:59: Dr.
00:02:00: Katharina Rauhe ist Ärztin in Weiterbildung am Klinikum Bielefeld in der Universitätsklinik für Orthopädie.
00:02:07: Schön, dass du da bist.
00:02:08: Hi, schön, dass ich hier bin.
00:02:09: Katharina, Du bist achtundzwanzig Jahre jung und mitten in der Fachärztlichen Ausbildung.
00:02:13: Und ich habe mal nachgezählt – In deinem Team gibt es zwölf Männer den Chefarzt eingerechnet?
00:02:19: und drei Frauen.
00:02:20: Welche Vorurteile sind dir als junge Orthopädin von männlichen Kollegen oder auch von Patientinnen schon begegnet?
00:02:26: Also
00:02:26: was man immer wieder hört, ist ja schön dass sie da sind.
00:02:29: Schwester bitte kümmern Sie sich um Problem A, B, C. aber man wird selten initial als Ärztin wahrgenommen von Patienten und Patientinnen vor allem Von Kollegen Seite, unabhängig wo man auftaucht ist oft auch eine Frage ob man das körperlich überhaupt schafft.
00:02:46: Ob man das hinbekommt.
00:02:47: also manche Sachen im OP sind halt tatsächlich auch wirklich körperlig anstrengend und da bestehen dann schon Zweifel ob das Ding überhaupt funktionieren kann.
00:02:55: Und
00:02:55: wie gehst du denn mit diesen Vorurteilen um?
00:02:57: Unterschiedlich
00:02:57: Also bei den Patientinnen und Patienten.
00:03:00: die meinste ja wirklich nicht böse sondern es ist oft ein ältere Semester von dem dann halt die frage kommt ja Schwester bitte Dann sagt man so Ja Ich sage der Pflege gleich Bescheid, aber ich bin eigentlich für die Visite hier.
00:03:11: Ich bin die Ärztin und hab andere Fragen und ein bisschen andere Aufgaben.
00:03:16: Und meistens kommt dann auch so ja oh, das tut mir leid, das wusste ich jetzt nicht.
00:03:20: Man gewöhnt sich an jedes Zimmer mit dem Satz zu betreten.
00:03:23: Mein Name ist Raul, ich bin ÄrztInn.
00:03:25: Okay
00:03:26: also du gehst mit solchen Vorteilen eher auf die charmante Art und Weise um?
00:03:32: und versuchst halt irgendwie den Leuten von vornherein den Wind aus dem Segeln zu nehmen.
00:03:38: Jetzt hast du eben gerade schon gesagt, von männlichen Kollegen kommt manchmal so ein Spruch dass du eigentlich nicht stark genug für diesen Job wärst.
00:03:47: jetzt ist ja aber dein Betätigungsfeld und vor allen Dingen deinen Forschungsfeld zum Glück nicht davon abhängig das du große körperliche Kraft einsetzen kannst.
00:03:56: deine Forschung befasst sich mit Knochentumoren Insbesondere mit sogenannten Sekundärtumoren, also Karzinometastasen in den Knochen.
00:04:06: Warum interessiert dich dieses Thema so sehr?
00:04:08: Das
00:04:08: ist tatsächlich erwachsen über die ganzen Jahre hinweg.
00:04:11: Also ich hatte ... In der Familie gab es einige Krebsfälle tatsächlich, die nicht so schön ausgegangen sind und man ist dann so ins Studium gekommen um zu verstehen was da passiert.
00:04:23: In Praktika und dergleichen gab es einen Kontakt zu Knochen-Tumoren.
00:04:27: Ich war in einer Unfallchorologischen Abteilung, in der Sprechstunde.
00:04:31: War dann ein jüngerer Patient tatsächlich, der einen gutartigen Knochentumor hatte?
00:04:35: Aber der halt größer geworden ist!
00:04:37: Und da waren eben die Frage ja was macht man jetzt
00:04:39: damit?!
00:04:40: Da stand der Unfallschorologin und sagte mir Leid ich bin Unfallcherog das Feld ins Gebiet der Tumorautopädie, da bin ich leider raus, da müssen sie weiter... Und da war irgendwie so'n Schlüsselmoment bei dem ich mir dachte Es wurde gerade spannend, es wurde gerade richtig interessant.
00:04:55: Ja und dann im Studium gab's auch eine Einzelne Veranstaltung zu Tumor, Autopädie wo viel Wert darauf gelegt wurde dass das einfach ein anderes operieren ist, ein anderer Denkweise, es ist deutlich breiter.
00:05:05: Und das hat mich irgendwie gekatscht, dass das halt interdisziplinär ist Dass man eben nicht nur auf den Knochen selber guckt sondern auch mit anderen Fachabteilungen noch zusammenarbeitet und eben abwägen muss was passt jetzt für einen Patienten?
00:05:20: sind überhaupt die Knochen so ein häufiger Ort für Metastasenbildung.
00:05:25: Ich hab gelesen, neben der Lunge und der Leber sind die Knoten auf Platz drei bei den Metastazen?
00:05:30: Tatsächlich ist das immer noch ... eben eins der Forschungsthemen.
00:05:34: Warum das denn wirklich so häufig ist?
00:05:36: Es gibt Theorien darüber, dass da die Stammzellen sitzen, die für die Blutbildungen zuständig sind oder auch Knochennstammzeln vorhanden sind, dass einfach viele Wachstumsfaktoren in dem ... im Prinzip unterwegs sind, die eine gewisse Absiedlung von Tumorzellen begünstigen.
00:05:52: Weil da einfach viel Raum und sowieso viel Wachstum und Potenzial ist.
00:05:57: Aber genau das ist eben der Punkt, der noch erforscht wird
00:05:59: tatsächlich.".
00:06:00: Wenn jetzt den Knochen-Tumoren oft eine andere Krebserkrankung vorausgegangen ist dann haben die Patientinnen mit denen du es zu tun kriegst ja sozusagen mehrere Baustellen weil sie auch noch gegen Brustkrebs oder Darmkrebs Du hast eben das schon mal so angedeutet, wenn man in der Tumor-Autopädie zugange ist, dass man dann einen interdisziplinären Blick quasi braucht.
00:06:26: Erzähl da doch noch mal ein bisschen mehr zu, was das für dich bedeutet.
00:06:30: Also es kommen unterschiedliche Patienten zu uns einerseits, Patienten mit einem Primär-Tumor der wirklich im Knochen sitzt wo wirklich gar kein Karzinumen voraus gegangen ist.
00:06:39: andererseits werden uns Patienten eben aus anderen Fachabteilungen geschickt die einen anderen Krebs hatten oder haben und jetzt eben nur knochen Absiedlung haben.
00:06:48: Oft werden die angekündigt über das Tumorboard, das findet einmal die Woche statt.
00:06:52: Da sitzen ganz viele Ärzte zusammen, ganz viele Experten und Ärztinnen aus unterschiedlichsten Fachabteilungen.
00:06:59: Das ist die Strahlentherapie, die Radiologie selber, Hematur-Onko, Gastroenterologie, Pneumologie ... alles.
00:07:07: So geballte Expertise.
00:07:08: in unterschiedlicher Bereiche sitzt er im Raum.
00:07:11: Ich liebe das wirklich!
00:07:14: Ich find das genial, weil da sitzt so viel Wissen in einem Zimmer und da spricht man halt über jeden einzelnen Patienten.
00:07:20: Jeder bekommt zu seinen Moment im Prinzip, indem abgewogen wird.
00:07:23: wie geht's weiter?
00:07:24: Welche weitere Diagnostik sollte gemacht werden?
00:07:26: Welcher weitere Therapie ist das jetzt chirurgisch?
00:07:29: Ist es eher für eine Chemotherapie oder eher Bestrahlung?
00:07:32: Kann man das noch heilen?
00:07:34: Oder muss man da eben längerfristig palliativ denken?
00:07:42: Diese Knochenlesion ist das noch stabil?
00:07:44: Oder ist es eine Lesion, bei der man sich fragen muss.
00:07:46: Ist das jetzt wirklich was von dem Krebs, der vorausgegangen ist oder ist das etwas anderes sogar?
00:07:52: Sogar ein Zweitkrebs?
00:07:53: und dann kommen eben die Fragen, muss man das jetzt stabilisieren zum Beispiel?
00:07:57: Oder könnt ihr mal ne Biopsy nehmen, dass wir gucken, was das überhaupt isst?
00:08:01: Erstmal ist es nur n Loch im Knochern aber es hat ja noch keinen Namen und das gehört auch dazu.
00:08:07: Und was genau willst du jetzt rausfinden?
00:08:09: ich ... Ich
00:08:10: habe
00:08:11: zum Thema Homing von Karzinometastasen das Stichwort Osteoblast gelesen.
00:08:17: Das sagt ihr in dem Zusammenhang bestimmt was!
00:08:20: Die Universitätskrieg für Orthopädie, wir haben so ein eigenes Labor hier an der Uni Bielefeld eben.
00:08:26: Das ist das Osteocare Lab und es unter der Leitung von PD Vera Grotter.
00:08:33: Da ist eben ein Forschungsthema im Prinzip aus Knochen, die wir jetzt zum Beispiel in einer OP entnehmen.
00:08:39: Im Rahmen von einem Gelenkersatz.
00:08:42: Da fällt immer Knochematerial im Interfekt an.
00:08:44: Dann sprechen wir natürlich mit Patienten drüber, eine Ethikantrag und den ganzen Graben ... ist dem natürlich vorhergegangen, ob man eben dieses Knochenmaterial verwenden darf für die Forschung.
00:08:53: Und da kann man dann die kleinen Zellen rausholen, die Osteoblasten und mit Tumorzellen zusammentun und mal gucken was sie so miteinander treiben im Endeffekt.
00:09:02: Ob die sich gegenseitig beeinflussen in ihrem Wachstum oder nicht?
00:09:05: Okay
00:09:05: also ist das jetzt deine zentrale Forschungsfrage?
00:09:07: Also das
00:09:08: ist das was das Osteo Care Lab macht.
00:09:10: Ich bin da so ein bisschen mit einem Fuß mit drin.
00:09:14: Mit welcher Methode untersuchste das jetzt?
00:09:16: Das ist halt viel Zellkultur tatsächlich, ganz genauen Details.
00:09:20: Da müsste ich auf die Biologinnen und Biologen verweisen.
00:09:23: im Endeffekt, weil ich mehr auf der klinischen Seite unterwegs bin ... Ja, das ist Zellkultur.
00:09:28: und da gibt es dann verschiedene Medien in denen die angezüchtet werden.
00:09:31: Es gibt Medikamente, die dazugegeben werden, es gibt Wachstumsfaktoren, Wachsungsfaktor-Hämmer, die dazu gegeben werden.
00:09:37: Und dann gibt's eben verschiedene Ansätze, indem man sucht wie ist die Invasivität dieser Zellen wird durch das Co-Medium im Prinzip beeinflusst?
00:09:46: oder wie ist insgesamt das Wachstation der Zelle beeinflußt dadurch dass sie zusammen im Prinzip in diesem Medium sind?
00:09:55: Muss ich mir das jetzt tatsächlich so vorstellen, dass du dann im weißen Kittel im Labor stehst und da irgendwelche Zellen untersuchst?
00:10:00: Ich selber stehe nicht im Labor.
00:10:02: Das machen unsere fleißigen Menschen im Osio Care Lab selber.
00:10:05: Also da wäre ich keine Hilfe wirklich nicht!
00:10:09: Ja nun also... Ich bin da tatsächlich auch mal zu Gast gewesen im Osteo Care Lab und durfte dabei zugucken, wie aus so einem Hüftgelenk eine Probe entnommen wurde.
00:10:20: Mir als Nicht-Ärztein ist da bei ein bisschen grün geworden, muss ich sagen?
00:10:25: Das ist noch gar nichts!
00:10:26: Ja
00:10:26: für dich klar du stehst auf regelmäßig im OP Und hast dann natürlich mit ganz anderen Anblicken zu tun.
00:10:33: aber Für mich war das ziemlich ungewohnte Situation und das fand ich irgendwie schon recht krass.
00:10:38: Aber das heißt also die kolleg im Osteo Care Lab, die entnehmen für dich die Proben und die bereiten sie dann quasi auch für dich auf.
00:10:48: Und du beschäftigst dich dann ...
00:10:51: mit was?
00:10:52: Ja also ich bin ja noch ganz frisch in dem ganzen Metier, ne!
00:10:55: Ich bin jetzt zwei Jahre in Wielefeld.
00:10:57: Zwei Jahre erst Ärztin.
00:10:59: Und federführend ist da wirklich Vera Grotter.
00:11:04: Alle, die dazugehören zu diesem Osteocare Lab ein kleines Vögelchen, das ab und an mal sagt.
00:11:09: So ja ich würde auch gerne was schreiben im Prinzip und habe vielleicht auch die eine oder andere Idee und man tauscht sich mal aus aber federführend ist definitiv ... Okay,
00:11:18: aber jetzt wollen wir ihr natürlich nicht.
00:11:19: Ich kenne sie sich eine sehr nette, nicht den ganzen Fame für deine Forschung überlassen!
00:11:23: Du stellst dir vielleicht gerade dein Licht ein bisschen unter einen Schiffel... Aber du sagst ja selber, du bist noch total am Anfang.
00:11:30: also dein Projekt ist noch ganz neu.
00:11:32: und was ist jetzt dein Ziel wo du drauf hinaus willst?
00:11:35: Also was erhoffst du dir von den Ergebnissen?
00:11:38: geht es für dich vor allen Dingen um ne bessere Behandlung von Knochen-Tumoren oder hast du nen anderes Ziel was du verfolgst?
00:11:46: natürlich Präventionen, diesen Thema.
00:11:48: Also wenn man wüsste an welchem Faktor ist genau... Hängen würde, wenn es ein Faktor wäre und nicht eben das gesamte Potpourri von hunderten Faktoren.
00:11:56: Dann wäre es natürlich genial, wie man vermeiden könnte, dass die überhaupt entstehen in die Knochenmetastasien.
00:12:00: Es gibt Katzinome, die klassisch eben in den Knochemetastasieren zugehören Prostata- und Mama-Katzinomen dergleichen.
00:12:08: Das ist einfach ein Klassiker, das ja in Knoche geht.
00:12:11: Und wenn man bei denen Entitäten im Prinzip vorbohren könnte, wär das genial!
00:12:15: Aber Therapie wäre auch schon sehr schön.
00:12:18: Du nimmst, was du kriegen kannst.
00:12:20: Ich hab ja immer das Vorurteil im Kopf, was aber natürlich überhaupt nicht stimmen kann wenn man einen richtig schweren Knochenkrebs ausbildet.
00:12:28: dass es dann unweigerlich mit einer Amputation einhergeht ist natürlich Quatsch Weil man kann ja nicht alle Knochen amputieren.
00:12:35: Hat man Krebs an der Vibelsäule, würde man ja nicht sagen?
00:12:37: Auch die nehmen wir einfach raus!
00:12:38: Ja so ein
00:12:39: bisschen kann man.
00:12:42: Ich finde es ist echt ein komplexes Thema vor allen Dingen in diesem Zusammenspiel noch mit weiteren Krebsarten.
00:12:47: also du musst ja dann in deiner Forschung wenn du jetzt hast grade selber gesagt also für dich ist total wichtig zu verstehen wie's überhaupt dazu kommt dass bestimmte Krebs-Aten in den Knochern hineinstreuen Dann ist da ja eigentlich im Grunde genommen schon vorausgesagt dass du auch mit anderen Fachdisziplinen zusammenarbeiten musst für diese Forschungsfrage.
00:13:08: Das mache ich liebend gerne, also das macht es unheimlich spannend und das gibt einen selber.
00:13:13: was finde ich für die kognitive Herausforderung?
00:13:16: so ein bisschen, dass man links und rechts gucken muss.
00:13:19: im Prinzip Das macht es für mich so attraktiv.
00:13:23: Ich
00:13:23: hab dir das angemerkt, dass die Zuhörer nicht sehen können.
00:13:27: Aber wie du gestrahlt hast, als du von dem Tumorboard erzählt hast ... wo unterschiedliche Fachärztlichen Disziplinen zusammenkommen und dann eben die onkologischen Fälle besprechen?
00:13:40: Also ... Das scheint ja tatsächlich so wie ich es jetzt bei dir rausgehört habe, das zu sein was dich am allermeisten anstachelt dabei der Sache dran zu bleiben.
00:13:51: Also dieser interdisziplinäre Blick auf deinen Feld.
00:13:53: Tatsächlich
00:13:55: im Laufe des Studiums war für mich auch Hematologie und Onkologie tatsächlich ein Thema ob nicht das tatsächlich als meine Facharztwähle.
00:14:04: im Prinzip hat mich dann aber doch eher im laufe des praktischen Jahres also im letzten Abschnittesstudiums doch eher für was Handwerkliches entschieden, sage ich mal.
00:14:13: Aber die Hematologen ist einfach drin.
00:14:17: Ich habe auch meine Doktorarbeit in dem Bereich geschrieben.
00:14:19: Das war noch zu einem hematologischen Krankheitsbild.
00:14:23: Es sind zwei Herzen in einer Brust.
00:14:26: Jetzt hast du in deiner fachärztlichen Weiterbildung ja nicht den ganzen Tag Zeit, dich nur mit Knochentumoren zu beschäftigen.
00:14:34: Deine Ausbildungsinhalte sind sehr vielfältig von der Frakturversorgung über das Einsetzen von Prothesen bis hin zur minimalinversiven Gelenk-OPs – nennt man ja auch Schlüssellochirurgie.
00:14:45: Du hast also einen sehr vielfertigen Arbeitsalltag mit vielen unterschiedlichen Lerninhalten!
00:14:53: Wie schaffst du es neben dem Klinikalltag, dann auch noch Zeit für deine Forschung aufzubringen?
00:14:57: Das ist von Woche zu Woche unheimlich unterschiedlich.
00:15:01: Es gibt Wochen mit Notaufnahme, wo man primär-unfallchorologisch unterwegs ist und ein Patient nach einem anderen kommt und sofort oder innerhalb kürzerer Zeit behandelt oder zum Missgesehen werden muss.
00:15:14: Das sind so etwas entspannteren Tagen bis zu freien Tagen die eher selten sind.
00:15:19: Unheimlich unterschädlich.
00:15:20: also man versucht sich ... Zeit zu nehmen.
00:15:23: Jetzt haben wir das Tumorboard-Dienstags mit als feststehende Größe, sodass ich da die Option hab eben diese Interdisziplinarität irgendwo mitzumachen und mich auch mit den entsprechenden Fällen zu beschäftigen.
00:15:35: Wir haben eine Tumorsprechstunde wo die Patienten dann kommen, die halt tatsächlich betroffen sind.
00:15:39: Wo ich dann halt viel bei bin natürlich nicht ausschließlich aber schon viel ja und der Rest läuft so nebenher.
00:15:46: okay
00:15:47: also Das ist natürlich dann sehr, sehr volles Leben.
00:15:51: Also diese fachärztliche Weiterbildung und dann hast du dir quasi selber noch die Forschung aufgeheizt?
00:15:55: Ich merke dass das für dich ein Thema ist was ganz wichtig ist und wo du auf jeden Fall auch Freude daran hast da die Energie reinzustecken.
00:16:03: nichts desto trotz halt der Tag auch nur vierundzwanzig Stunden.
00:16:07: bekommst du von Seiten des Chefarztes oder von den KollegInnen denn in irgendeiner Art und Weise Unterstützung für deine Forschungsvorhaben?
00:16:14: ich bekommen
00:16:14: sofern Unterstützung dass sie mich bremsen
00:16:16: Ja, erzähl.
00:16:19: Also ich hab mir schon den Namen gemacht, dass ich ein Mensch bin der vielleicht ein bisschen zu viel arbeitet und ich habe tatsächlich Kollegen, Kolleginnen die sagen Hammer Katarina jetzt sitz dich mal hin und jetzt mach auch mal nix und mach das Wochenende mal gar nichts und fahr einfach mal nach Hause und geh!
00:16:39: Das ist schon der Fall.
00:16:40: oder auch abends wird dann halt ... Auch wenn man Oberarzt am Raum vorbeiläuft und sagt, Katharina, du sitzt hier immer noch.
00:16:47: Willst
00:16:47: du von dir selber sagen, du hast die Tendenz zur Workaholic?
00:16:50: Definitiv!
00:16:51: Aber das ist auch nicht erst seit gestern.
00:16:54: Das trage ich schon länger mit mir rum.
00:16:57: Dafür musstest du nicht erst Autopad in werden.
00:16:59: Nee
00:16:59: ... Das ist schon lange der Fall.
00:17:02: Du lebst es jetzt einfach total aus.
00:17:06: Kann man so sagen ja...
00:17:07: Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass du als berufliches Fernziel eine klinische Führungsposition hast.
00:17:14: Dafür hast du dir selber erstmal schon mal gute Startbedingungen geschaffen.
00:17:17: Als du entschieden hast deine fachärztliche Ausbildung an einem Universitätsklinikum zu machen.
00:17:22: hier finden Forschungsinteressierte Ärztinnen trotz Klinik Stress ja ein bisschen bessere Voraussetzungen vor um eigene Forschungsprojekte durchzuführen.
00:17:30: da du aber in einem sehr männlich dominierten Feld unterwegs bist und es nur wenig weibliche Vorbilder in der Orthopädie gibt.
00:17:39: Wie wichtig schätzt Du weiblichen Netzwerke ein für das berufliche vorankommen?
00:17:44: Oh, ist keine einfache Frage!
00:17:46: Weil ich selber... Also ich bin im Verein die Chirurginnen-EV tatsächlich, also ich bin da eingetreten auf Drängen einer Kollegin hin tatsächlich richtig genutzt habe ich es noch nicht denke, dass es sehr viel Vorteile bringen kann.
00:17:59: Weil da werden dann immer schon mal so ... Bevor offizielle Ställe ausgeschrieben wird, da wird was frei.
00:18:07: Ich glaub ich kann die Dimension noch nicht ganz fassen.
00:18:10: Vielleicht auch weil es so wenige Frauen in deinem Feld gibt?
00:18:12: Also ich selber hab halt den Anspruch gehabt, die Stelle groß zu wechseln.
00:18:17: Insofern brauchte ich noch nicht dieses Vitamin B um irgendwo reinzukommen.
00:18:21: Aber längerfristig ist es schon wichtig, dass man Kontakte zur anderen Kliniken hat ... weiterzuentwickeln.
00:18:29: Und dazu tatsächlich auch noch eine Sache, die Kommentare von Kollegen sagen, hör mal mit Autopädie kannst du das körperlich überhaupt?
00:18:38: Das waren keine Orthopäden, die das gesagt
00:18:40: haben.
00:18:41: Sondern?
00:18:42: Das war ein Anästhesisten, das waren Witz der Reischirurgen, das war wirklich andere Fachabteilungen.
00:18:50: aber von einem Orthopeden habe ich das nicht gesagt.
00:18:52: Ach,
00:18:53: spannend!
00:18:54: Also das kommt dann aus einer ganz anderen Fachdisziplin.
00:18:58: solche Vorurteile?
00:18:59: Tatsächlich.
00:19:01: Auch ein Praktikum in der Anästhesie habe ich mal gemacht und da kam halt der O-Ton ja... Du brauchst gar nicht über den Vorhang auf die andere Seite gucken.
00:19:09: Du kriegst Kinder, du bist Kindererstin, aber das eh nur halbtags ist egal!
00:19:12: Du wirst nie im Leben Chirurgen werden.
00:19:15: Aber es war nie ein Orthopäde und auch nie einen Unfallchirurg der mir gesagt hat, dass wird nix.
00:19:20: Interessant also welche Erwartungshaltung hast du denn dann insbesondere an die männlichen Kollegen?
00:19:25: Sowohl innerhalb der Orthopädie als auch außerhalb der Orthopedie?
00:19:29: wenn du jetzt sagst also viele Vorurteile sind gar nicht in der orthopedie sondern von anderen Seiten Dass
00:19:34: man weniger reinredet Einfach, wenn eine Praktikantin-Famulantin wie auch immer Päjotlerin da ist und man sagt so ja wofür interessierst du dich denn?
00:19:45: Was
00:19:46: könntest du dir später vorstellen.
00:19:47: Dass man es einfach zur Kenntnis nimmt ohne zu kommentieren oder nicht sagt so äh das wird aber nix.
00:19:55: also so ein Kommentar das hilft ja niemandem weiter null!
00:19:59: Also das ist ja... Erstens ist es total Altenmode.
00:20:03: Zweitens, wenn man's möchte, soll man's doch versuchen und wenn man es dann versucht und scheitert, weiß man mir, ich hab's ernsthaft versucht, aber das war halt nichts.
00:20:12: Dann ist das so.
00:20:13: Aber von so einem Kommentar ... Ich bin eine Person, ich fühl mich von sowas eher angestachelt, dann denk ich mir jetzt erst recht.
00:20:19: Es gibt auch Personen, die sich davon beeinflussen lassen.
00:20:21: Und dann schlagen sie vielleicht einen anderen Weg ein?
00:20:25: Werden dann selber an das Desistin?
00:20:26: Aber werden dann total unglücklich damit?
00:20:28: Und denken, Jahre später hätte ich's wenigstens mal versucht.
00:20:32: Ja das ist total übergriffig und wie du eben gerade schon gesagt hast es hilft ja eigentlich kein weiter auch nicht der Person die so einen dumm Spruch macht.
00:20:39: was habt ihr davon?
00:20:41: Ich weiß nicht ob das ein frustrierter Mann war der selber schrug werden wollte und das nicht irgendwie hinbekommen hat.
00:20:47: ich weiß es nicht.
00:20:48: aber jetzt sagt man deine Meinung muss sich die orthopädie insgesamt weiblicher aufstellen.
00:20:55: Ich denke da jetzt unter anderem auch an Medical Guest Lighting, das passiert ja statistisch vor allem Frauen und v.a.
00:21:02: in medizinischen Fachdisziplinen die Männer dominiert sind.
00:21:05: also würde die Orthopädie insgesamt davon profitieren wenn sich mehr Frauen in dieses Feld reintrauen würden?
00:21:11: ich bin ein Fan von eine gute Mischung.
00:21:16: Es müssen jetzt überall Frauen hin.
00:21:18: Ich bin kein Fan von der Frauenquote, weil ich das Gefühl hab, dass dann Menschen vielleicht auch in eine Rolle gezwungen werden, die sie gar nicht machen wollten oder dass Positionen irgendwie ungünstig besetzt werden.
00:21:30: Davon bin ich kein Fan, aber ich bin ein Fan einer guten Mischung und wer Lust hat soll's machen und wer nicht.
00:21:36: Wenn man für einen Fach brennt, macht man es gut.
00:21:39: Und wenn man Spaß an Patienten hat ... Versorgt man diese auch vernünftig?
00:21:44: Und wenn das nicht der Fall ist, dann soll man es halt lassen.
00:21:48: Also im Studium hatte man dann auch vereinzelt Kontakt zu Menschen die gesagt haben ja meine Eltern haben aber Meine Eltern haben aber das studiert und meine Eltern haben eine Praxis, die muss ich übernehmen.
00:21:59: Da tut man sich dann schwer den Menschen zu glauben, dass es aus voller Überzeugung passiert.
00:22:04: Und dann weiß man halt auch nicht wie gut die Person das langfristig macht, wenn man am Anfang schon irgendwie nicht selber den Funken hatte?
00:22:12: Ja ... Das ist ein Punkt, ne?
00:22:14: Also gerade dieses, was du eben grade gesagt hast, Wenn man sich für einen Thema so richtig begeistern kann, sollte man's einfach ausprobieren... und sich dasselbe zutrauen, ist ja vielleicht gar nicht immer so einfach.
00:22:26: Wenn man halt so ein Gegenwind irgendwie hört ... überhaupt
00:22:29: nicht einfach!
00:22:30: Gerade in diesen Disziplinen, die eben dann doch sehr männerdominiert sind.
00:22:35: Was denkst du?
00:22:36: Was müssten Medizinstudentinnen oder Ärztinnen im praktischen Jahr über deine Fachrichtung wissen, damit sie sich für eine Weiterbildung in der Orthopädie entscheiden können?
00:22:44: Es
00:22:44: gibt bei uns genauso Eltern, es gibt genau so Menschen, die Teilzeit arbeiten wie in anderen Fachbereichen auch.
00:22:52: Es gibt die Option, in der Praxis zu gehen und dass man nur tagsüber und nicht an Wochenenden nicht in den Nächten arbeitet eben im Rahmen einer Praxis untergleichen.
00:23:01: Das unterscheidet sich von den anderen Fächern nicht so grundlegend.
00:23:06: Shogi insgesamt ist mehr verbunden mit Überstunden als andere Fächer, ich habe aber in einem anderen Fach nie gearbeitet.
00:23:12: deswegen kann ich nicht beurteilen wo das herkommt dass man irgendwie in der Shogi mir überschonten macht oder ob das nur ein Gerücht ist.
00:23:19: Aber an sich man kann Teilzeit arbeiten es gibt Eltern Es funktioniert.
00:23:23: Ich selber arbeite jetzt Nicht-Teilzeit, ich hab auch keine Kinder aber ich habe genug Kollegen und Kolleginnen bei denen es der Fall ist Und es geht.
00:23:32: Also, dein Fazit ist sozusagen ... Wenn man sich für ein Thema wirklich interessiert, dann sollte man sich nicht von Vorurteilen über die Rahmenbedingungen davon abbringen lassen.
00:23:42: Einfach
00:23:43: mal ausprobieren?
00:23:44: Kündigen kann man immer!
00:23:46: Man hat eine Probezeit in jedem Fach.
00:23:48: Das ist überall gleich und man kann innerhalb der Probe Zeit ohne Angabe von Kunden einfach kündigen.
00:23:55: Es gibt ... Stellen in unterschiedlichen Städten, unterschiedlichen Kliniken und niemand verbietet einem unterschiedliche Sache mal auszuprobieren.
00:24:02: Und tatsächlich kann man sich auch andere Gefächer oft auf die Weiterbildung anrechnen lassen.
00:24:07: heißt also die Zeit ist dann auch nicht unbedingt verloren und egal wo man hingeht und wenn man am Ende doch nochmal das Fach wechselt und was ganz anderes macht Man hat ja trotzdem etwas gelernt Und die Zeit ist nicht vertan.
00:24:21: Vor allem jetzt mit dem G-Achtjahrgang, der halt auch studiert und den ganzen Kram ... Man verlässt ja jungen, häufig sehr jung tatsächlich die Uni insofern man hat ja Zeit also es rennt nicht weg!
00:24:32: Wenn man ein-, zwei Jahre länger für einen Facharzt braucht dann ist das halt so.
00:24:37: Ist ja nicht so als wenn wir dann in der Zeit arbeitslos gewesen sind, sondern man hat trotzdem was gelernt.
00:24:41: Man hat trotzdem etwas gesehen, was gemacht, was man irgendwann später vielleicht trotzdem gebrauchen kann, auch wenn man in einem anderen Fach gelandet ist.
00:24:49: Es ist vielleicht auch für die ärztliche Praxis gar nicht so schlecht, mal nach rechts und nach links geblickt zu haben.
00:24:55: Also einfach um irgendwie auch einen Bewusstsein für die Lebensrealitäten von anderen KollegInnen zu bekommen.
00:25:03: Was hättest du denn gerne schon vor fünf Jahren gewusst?
00:25:07: Man hat nicht alles selber in der Hand.
00:25:09: also man kann noch so fleißig sein, man kann doch so strukturiert sein es müssen sich Optionen auftun im Prinzip mutig genug sein zu sagen, okay ich nutze diese Option.
00:25:19: Aber man ist nicht selber schuld wenn sich die Optionen nicht auftut.
00:25:24: Manchmal hilft ein Ortswechsel manchmal hilft es noch ein bisschen länger zu warten.
00:25:29: man weiß nicht vielleicht tut sich ja doch was auf.
00:25:31: aber man hat nicht alles selber in der Hand und man braucht Menschen die einem irgendwo an die hand nehmen und sagen hör mal du bist mir aufgefallen du bist irgendwie ganz fleißig du bist motiviert Hast du Bock, das und das mal auszuprobieren oder das zu machen?
00:25:46: Das betrifft sowohl die Shogi.
00:25:48: Weil man braucht irgendein Oberarzt, der sagt, wir halten das jetzt aus, dass die OP länger dauert.
00:25:54: Aber ich möchte es dir erklären.
00:25:56: Du sollst das jetzt operieren!
00:25:57: Ja, es wird nicht so schnell gehen wie wenn ich selber operiere aber du musst es halt auch irgendwann lernen.
00:26:03: Aber genauso ist das auch in der Forschung ... Wenn man außer Uni kommt, selbst wenn man die Doktorarbeit gemacht hat.
00:26:08: Man geht da nicht dahin und sagt so ich mach jetzt Forschung!
00:26:10: Ich leite eine Gruppe und das läuft.
00:26:13: Das geht ja nicht.
00:26:13: Also man braucht irgendjemanden der ihn irgendwie an die Hand nimmt.
00:26:17: Und es müssen sich Optionen auftun.
00:26:18: Und man kann nichts dafür, wenn das nicht passiert.
00:26:21: Das sind sehr weise Worte muss ich sagen.
00:26:24: Ja also ich glaube dass ist ein ganz wichtiger Punkt den man wo wir als Menschen egal was wir beruflich machen und wie wir privat aufgestellt sind Wo wir gut daran tun, uns das zu vergegenwärtigen.
00:26:37: Dass wir auf ganz viele Dinge, die unser Leben bestimmen, gar keinen Einfluss haben!
00:26:42: Wir haben keinen Einfluss darauf, ob wir den Traumjob kriegen oder nicht.
00:26:45: Weil das bestimmt andere Leute.
00:26:47: Wir haben auch keinen Einfluß drauf, ob krebs kriegen?
00:26:50: Ja, wir können auf Rauchen verzichten und regelmäßig Sport machen und kein rotes Fleisch essen.
00:26:53: Aber am Ende des Tages passiert es oder nicht!
00:26:56: Es ist Glücksspiel im Interfekt.
00:26:59: Also sich das mit Blick auf den beruflichen Werdegang zu vergegenwärtigen, selbst wenn man sich anstrengt ohne Ende ... es... ist immer noch quasi von ganz vielen äußeren Faktoren abhängig.
00:27:13: Und es ist ein Prozess, und es gibt Phasen die wehtun.
00:27:17: Es gibt immer wieder Phasendiveton, egal ob es jetzt in der Schule war im Studium oder in der Weiterbildung oder sonst wie.
00:27:22: Es gab immer wieder Momente wo man sich so denkt, ach ... das können mich alle mal sonstwo.
00:27:29: Das war's!
00:27:30: Ich mach was anderes.
00:27:31: Man steckt nicht in allem drin.
00:27:34: wenn man eine Phase übersteht, weil jede Phase ist zeitlich begrenzt.
00:27:38: Die wird nicht für immer so sein.
00:27:39: Irgendwann wird's wieder besser und vielleicht tut sich dann doch unerwartet irgendeine Option auf.
00:27:44: aber man hat nicht alles in der Hand.
00:27:47: Welche Faser habt ihr zuletzt weh getan, Katharina?
00:27:50: Ich arbeite sehr viel, ich arbeite auch sehr gerne sehr viel.
00:27:54: Das ist aber nicht bei allen Menschen der Fallen.
00:27:56: das kann man auch nicht von allen verlangen.
00:27:58: Aber da eine Waage zu finden dass man nicht frustriert ist Das ist manchmal nicht so einfach.
00:28:06: Und ich glaube, da mussten auch der eine oder andere Kollege ein bisschen was von mir schlucken, weil ich etwas schlecht gelaunt war.
00:28:15: eine kleine Entschuldigung.
00:28:17: Ja, aber das gehört ja vielleicht auch irgendwie so zum inneren Wachstums- und Reifeprozess im beruflichen Werden mit dazu zu akzeptieren, dass Menschen einfach ganz unterschiedliche Arbeitsweisen haben, unterschiedlich belastbar sind, vielleicht noch andere Verpflichtungen in anderen Lebensbereichen haben und so ... Und da nicht von sich selbst auf andere zu schließen?
00:28:37: Zumal man nie ins ... Also, man weiß ja gar nicht was privat bei den Leuten läuft.
00:28:42: Wenn der grad irgendein Streit war über denen die nicht reden wollen Kann's gut sein, dass die mit dem Kopf ganz woanders sind und weiß wie gereizt sind.
00:28:49: Und das überhaupt nichts mit der Arbeit zu tun hat.
00:28:53: Man arbeitet halt mit sehr vielen Menschen zusammen im Gesundheitssystem.
00:28:57: Sei es Pflegekräfte oder Reinigungskräfte, sei es Techniker, sei ist die direkten Kollegen und Kolleginnen... ...und dann noch die Patienten oben drauf und Patientinnen.
00:29:08: Da kommen verdammt viele Menschen zusammen und jeder hat seine eigene Lebensrealität.
00:29:13: Das kann schon mal... Ja, anstrengend.
00:29:17: Klar und sich dann davon halt irgendwie auch abzugrenzen und sich das nicht anzunehmen.
00:29:22: Okay Person X Y ist jetzt heute irgendwie gereizt aber ich atme tief durch!
00:29:26: Das hat nichts mit mir zu tun.
00:29:28: Ja, glaub
00:29:30: ich dir.
00:29:30: Ich hab noch eine letzte Frage an dich und zwar aus deiner Perspektive heraus, dass du jetzt selber mitten in der fachärztlichen Weiterbildung noch drinsteckst und gleichzeitig versuchst dein erstes großes Forschungsprojekt auf die Beine zu stellen?
00:29:46: Welchen Tipp hast du für Medizinstudentinnen oder andere junge Ärztinnen, die einen Forschungsinteresse haben?
00:29:52: Sich
00:29:52: früh zu informieren was es für Optionen gibt.
00:29:54: Also sei's jetzt in Richtung... also hier an der Uni in Bielefeld muss man ja so eine Forschungsarbeit machen im Laufe des Studiums dass man da einfach früh guckt, was könnte ein interessieren und dann auch finde Doktorbeit das man ein Thema sucht wo man zumindest irgendwie für brennt weil man kann überall alles mögliche schreiben Aber dass man ein Thema wirklich zu Ende bringt und auch wirklich langfristig irgendwie weitermacht, weil es gibt immer Hoch- und Tiefs.
00:30:23: Und dass man auch einen Tief durchdehnt.
00:30:24: Das funktioniert nur wenn man dafür brennt.
00:30:29: Man kann's versuchen, wenn man nicht brennst aber es wird härter und anstrengender.
00:30:35: Vielleicht muss man dann akzeptieren das ist nicht für jeden was is'.
00:30:39: Wenn man brennt, dann soll man's machen und versuchen.
00:30:41: Und sich nicht entmutigen lassen, wenn es irgendwann nicht funktioniert.
00:30:44: Aber irgendwann geht's doch irgendwie weiter.
00:30:47: Katharina, danke für deine Offenheit!
00:30:49: Das war ein ganz spannendes Gespräch mit dir heute.
00:30:52: Ich hab viel darüber gelernt ... wie viel für dich Leidenschaft mit deinem Beruf zu tun hat?
00:30:57: Ich wünschte wirklich, die Zuhörerinnen hätten dein Gesicht sehen können bei diesem Gespräch.
00:31:01: Weil du so oft am Strahlen bist wenn du über deinen Job redest und über deinen Themen fällt indem du unterwegs bist.
00:31:09: Und ich merke dir an, wie sehr du für deinen Thema brennst!
00:31:13: Danke schön!
00:31:15: Also danke dass du heute da warst Für weitere Infos, schau gern in die Shownotes.
00:31:32: Da hab ich dir Katarinas Universitätsklinik verlinkt?
00:31:35: Danke, dass du heute zugehört hast!
00:31:37: Wenn du Fragen oder Anmerkungen zur Folge hast, dann schreib mir doch gerne eine Mail an kommunikation.medizinatuni-bielefeld.de Und wenn du magst, dann abonniere gerne den Podcast.
00:31:48: Ich bin Dr.
00:31:49: Sarina Bornkessel Bis zum nächsten Karriere-Sprechstunde.
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