Dr. Marie Gündel - Genderunterschiede in der Krebstherapie.

Shownotes

Über die Gästin Warum machen Frauen seltener eine Chemotherapie als Männer? Das ist eine der Fragen, zu denen Dr. med. Marie Gündel forscht. Sie ist Fachärztin im Universitätsklinikum für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Bielefeld, engagierte Forscherin und Mutter von zwei Kindern. Ihre Forschung beschäftigt sich mit in den Geschlechts- und Genderunterschieden in der Schulmedizin. Die Vereinbarkeit von Klinikalltag und Forschung war zu Beginn ihrer Forschungslaufbahn eine besondere Herausforderung. Hier hat ihr die Unterstützung ihrer Familie geholfen – und auch die ihrer und Kolleg*innen im Arbeitsalltag.

Alle Infos zu Maries Universitätsklinik findet ihr hier: https://www.klinikumbielefeld.de/universitaetsklinik-fuer-allgemein-und-viszeralchirurgie.html

Zum (Female) Clinician Scientist Programm der Medizinischen Fakultät OWL: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/medizin/karriere/clinician-scientist/

Zum Mentoring Programm movement.med: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/medizin/gleichstellung/movement-med/

Über den Podcast Frauen sind in der Medizin weiter unterrepräsentiert: In der klinisch-theoretischen Medizin sind nur knapp 23 Prozent der Professuren weiblich, bei Chefärztinnen und klinischen Professorinnen liegt der Anteil sogar nur bei 13 bis 14 Prozent. In diesem Podcast erzählen Ärztinnen und Naturwissenschaftlerinnen von aktuellen Forschungsprojekten und ihren Weg dorthin.

Über die Gastgeberin Dr. Sarina Bornkessel ist Literaturwissenschaftlerin und verantwortlich für die Kommunikation an der Medizinischen Fakultät OWL, Uni Bielefeld. Zur Medizinkommunikation kam sie eher zufällig. Als Gastgeberin des Podcasts will sie Vorbilder für gelingende weibliche Medizinkarrieren aufzeigen und ein Spotlight auf spannende medizinische Forschung von Frauen richten.

Weitere Infos Schau rein auf uni-bielefeld.de/karrieresprechstunde oder schreib mir eine Mail unter kommunikation.medizin@uni-bielefeld.de.

Moderation und Direktion: Dr. Sarina Bornkessel Redaktion: Anika Kilian, Ayse Türkan Schoch Produktion: Wanja Hemprich Design: Franziska Feldmann Technik: Medienpraxis Universität Bielefeld

Transkript anzeigen

00:00:00: Stell dir vor, du hast ein Magenkarzinom.

00:00:03: Eine echte Schockdiagnose!

00:00:05: Der Therapieplan ist klar – eine OP?

00:00:08: Dann eine Chemo.

00:00:09: Die würde deine Überlebenschancen deutlich verbessern.

00:00:12: aber du lehnst die Chemotherapie ab und

00:00:15: warum?!

00:00:16: Weil du eine Frau bist.

00:00:17: Wir

00:00:18: haben am Moment ein Medienhype, um Gendermedizin, um Bikini-Medizin, individuelle Medizin, zugeschnittene Medizin und Gendermedizin sind Schwerpunkte der unibile Feld.

00:00:32: also das haben die sich als Leitfaden auch auf die Fahne geschrieben weil es gibt natürlich nicht nur Unterschiede bei Männern Frauen bei den Patienten sondern auch bei den Behandelnden.

00:00:41: aber darum geht's tatsächlich gar nicht.

00:00:42: Es geht nicht darum dass Frauen in irgendeiner Art und Weise dass die Chemotherapie nicht hundertprozentig durchführen.

00:00:54: Das kann tatsächlich das Outcome, also die Immortalität beeinflussen.

00:00:59: Also das bedeutet, dass die ein kürzeres Überleben haben.

00:01:02: Wenn wir solche Arbeit anfangen und es ja auch perspektivisch publizieren und wenn das immer mehr Leute machen, dass das einmal präsenter wird?

00:01:10: Und dass man dann so wie bei der normalen Leitlinienarbeit mit aufnimmt?

00:01:14: Was ist denn Gender und wie messig Gender?

00:01:17: Das ist extrem schwer!

00:01:28: Willkommen zur ersten Folge der Karriere-Sprechstunde für Frauen in der Uni Medizin Unser Podcast für Medizinstudentinnen und Ärztinnen in frühen Karriere-Stufen, die trotz Gläsern der Decke ihren Weg in Forschung und Klinik gehen wollen.

00:01:42: Ich bin Dr.

00:01:43: Sarina Bornkessel von der medizinischen Fakultät OWL an der Uni Bielefeld Und ich spreche mit ÄrztInnen und Naturwissenschaftlerinnen über ihre Forschungsprojekte und Karrieremäge Von Drittmitteln und Publizieren bis zu Netzwerken, Mentoring, Führung und Vereinbarkeit.

00:02:01: Warum sollte Frau eine überlebenswichtige Behandlung ablehnen?

00:02:06: Genau das erforscht meine heutige Gestin.

00:02:09: Dr.

00:02:09: Marie Gündel ist Fachärztin an der Universitätsklinik für Allgemeinen und Visceralchirurgie am Klinikum Bielefeld, und sie erforsgt Geschlechts- und Genderunterschiede bei Ösophagus- und Magenkarzinomen.

00:02:23: Marie – warum machen Frauen seltener eine Chemotherapie als Männer, obwohl für beide die gleiche Empfehlung gilt?

00:02:30: Ja, hallo Sarina.

00:02:33: Das ist eine der Fragen die sich für mich das erste Mal als ich angefangen habe mit dem Thema zu beschäftigen vor jetzt mittlerweile zwei Jahren aufgekommen ist wo ich dachte ja also das kann doch eigentlich nicht sein.

00:02:46: ich glaube ich lese nicht richtig.

00:02:48: Also da ist der Stand es tatsächlich so dass es große Registerstudien gibt vor allem aus den Niederlanden wo Krebspatienten in Registern erfasst werden und viele Daten zu den Patienten erfasst.

00:03:00: Das ist da deutlich fortschrittlicher als in Deutschland, dass da gezeigt werden konnte, so wie du das richtig zusammengefasst hast – für Speiseröhrenkrebs oder auch für Magenkrebs?

00:03:10: Frauen weniger oft eine Chemotherapie in Anspruch nehmen als Männer.

00:03:14: Die Frauen, die das gleiche Tumor-Stadium haben wie die Männer und die Frauen, der auch den gleichen Profit davon hätten wie die Männer.

00:03:20: Und es konnte auch gezeigt werden, dass die Frauen dir aber nicht Chemotherapien machen, dass sie dann besseres Outcome haben als die Männer.

00:03:27: also nicht nur dass sie's seltener machen oder weniger in Anspruch nehmen sondern sie würden auch noch mehr davon profitieren.

00:03:36: Und das sind so Sachen, die haben mich dann sehr zum Nachdenken angeregt.

00:03:41: Dann habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen und wir haben im Moment einen Medienhype ... um Gendermedizin, um Bikini-Medizin.

00:03:52: Um ... ja, individuelle Medizin, zugeschnittene Medizin.

00:03:57: Das sind alles so Schlagworte die man immer wieder hört.

00:04:00: und ich muss auch ehrlicherweise sagen am Anfang, als ich mich damit beschäftigt habe, hatte das einen schlechten Beigeschmack für mich schon.

00:04:08: Ich hab gedacht, das ist jetzt eine Hypewelle in den Medien und so halb feministisch.

00:04:14: Aber darum geht's tatsächlich gar nicht.

00:04:16: Es geht nicht darum, dass Frauen ... in irgendeiner Art und Weise in der Medizin schlechter gestellt werden als Männer oder nicht die Therapie bekommen, die sie kriegen sollten.

00:04:24: Weil das kriegt jede Frau wenn sie denn möchte.

00:04:27: Es geht aber trotzdem darum dass es Unterschiede gibt zwischen Männern und Frauen.

00:04:32: Und genau mit dieser Frage bin ich darauf gekommen, es gibt Unterschiede darin wie die sich behandeln lassen Männer und Frauen.

00:04:39: Es gibt aber noch viel mehr Unterschiede und das sind zwei große Aspekte und zwar einmal die Geschlechtsunterschiede.

00:04:46: also wenn wir unterscheiden was wie sind Männer?

00:04:49: Wie sind Frauen?

00:04:50: Also XY-Kromosomen und Hormonspiegel sind unterschiedlich.

00:04:54: Ich glaube dass ist noch so vielen gut zugänglich und leicht erklärbar, Geschlechtsunterschiede.

00:04:59: Und dann gibt es natürlich noch Gender-Unterschieden.

00:05:02: Die Frage mit der wir jetzt angefangen haben, das geht wahrscheinlich schon so ein bisschen eher in die Richtung Gender-Unterschiede Ja warum machen das die Frauen nicht?

00:05:09: Was ist typisch Mann was ist typische Frau?

00:05:12: Gender ist ja ein Konstrukt Soziokulturelles Konstrukt, also wie verhalten sich Männer und Frauen in ihrer Umwelt?

00:05:18: In ihrer Kultur.

00:05:20: Und was ist für die typisch?

00:05:21: welche Verhaltensweisen und welche nicht?

00:05:23: Das, was wir jetzt aufgegriffen haben, das scheint anscheinend typisch zu sein für Frauen in dieser Situation.

00:05:29: Sich damit zu beschäftigen, habe ich gedacht okay, dass es gar nicht so eine Hypewelle sondern das finde ich wirklich interessant!

00:05:36: Warum ist das so?

00:05:37: Also welcher Unterschiede haben wir hier... Welche können wir feststellen zwischen Männern und Frauen?

00:05:42: Speziell für Speiseröhren- und Magenkrebs.

00:05:45: Ja, es sind Geschlechtsunterschiede, das sind Genderunterschieden.

00:05:48: Das muss man auf jeden Fall unterscheiden.

00:05:51: Die biologische Komponente ist das eine aber die sociokulturelle ist dann doch vielleicht eine Komponentin, die auch oft unterschätzt wird wenn Menschen halt auf ihr biologisches Geschlecht dann doch manchmal reduziert werden.

00:06:05: In deinem Projekt machst du ja eine retrospective Analyse und schaust dir bereits erhobene Daten an.

00:06:12: Was sagen die denn jetzt?

00:06:12: Also wie viele Frauen entscheiden sich wirklich gegen ein Chemo im Vergleich zu Männern, kannst du das schon beurteilen?

00:06:19: Ich bin noch in der Datenerfassung und ich hab auch so ne Zwischenauswertung gemacht.

00:06:24: was ich aber auf jeden Fall hier und heute schon sagen kann ist dass mich sehr erstaunt wie viele frauen Denn die Chemotherapie Besonders die nach der Operation, also die sogenannte Atiovante-Chemotherapie nicht hundertprozentig durchführen.

00:06:39: Also das können wir an unseren Daten im Klinikum Bielefeld auf jeden Fall sagen, die machen zumindest mal alle eine Dosisreduktion.

00:06:47: Das heißt sie kriegen dann nicht die volle Dosis der Chemotherapie sondern passen das an.

00:06:52: Das ist auch interessant.

00:06:53: warum machen die das?

00:06:54: Meistens es einfach mit Nebenwirkungen assoziiert.

00:06:57: Die sagen ja ich habe Übelkeit, ich vertrag das nicht so gut Und das ist aber auch ein Punkt, den wir perspektivisch aufarbeiten wollen.

00:07:05: Was sagen die Frauen genau und wie wird darauf reagiert?

00:07:09: Weil es gibt natürlich nicht nur Unterschiede bei Männern-Frauen, bei den Patienten sondern auch bei den Behandelnden.

00:07:14: Es gibt natürlich auch einen Behandler bei uns.

00:07:17: Das kann gut sein dass eine behandelnde Arzt oder eine behandelende Ärztin wenn eine Frau ihre Nebenwirkung schildert sagt okay dann geben wir weniger Dosis um bei einem Mann sagt naja Jetzt reißen Sie sich mal zusammen.

00:07:28: Da

00:07:28: müssen sie halt

00:07:29: durch!

00:07:29: Das machen wir, ohne.

00:07:30: vielleicht sagt der Mann das gar nicht so.

00:07:32: Dann fragt der Arzt ... Das kennen wir auch von Männern.

00:07:36: Wir haben es dann vertragen die Chemotherapie und sagen,

00:07:39: gut,

00:07:40: weiter geht's.

00:07:41: Und fang nicht an weit auszuholen und zu erzählen.

00:07:44: Also ich finde, das Thema ... Ja, ist ganz vielschichtig.

00:07:48: Ich glaub, das ist jetzt schon angeklungen und nicht mit einer Forschungsfrage schnell beantwortet.

00:07:54: Aber es ist ein ganz interessantes Thema.

00:07:58: Es gibt viele Ansatzpunkte, wo man mal gucken kann.

00:08:01: Zum Beispiel auch Studien wie Ärzte oder Ärztinnen behandeln, dass meistens männliche Patienten radikaler operiert werden.

00:08:09: Da hab ich gedacht ... Das kann ja nicht wahr sein!

00:08:11: Weil spätestens wenn jemand aufschneidet sehen sie gleich aus.

00:08:16: bis auf ein paar Unterschiede, aber jetzt an Speiseröhre und Magen nicht.

00:08:20: Also ist wirklich ein spannendes Thema Und ich habe angefangen mich damit zu beschäftigen.

00:08:25: Ich bin in der Datenerhebung und auch Auswertung von unseren eigenen Daten.

00:08:30: Das hab' ich erst mal aufgearbeitet Weil wie gesagt es gibt aus den Niederlanden super Registerstudien.

00:08:36: Es gibt natürlich viele andere Publikationen zu dem Thema.

00:08:39: Aber ich möchte erstmal wissen Kann ich bei meinem Patienten-Klientel können wir da einen Unterschied feststellen?

00:08:45: Und parallel haben wir dann noch eine zweite Arbeit angefangen, um die Lebensqualität der Patienten zu erheben.

00:08:52: Also genau von Speiseröhren und Magenkrebs-Patienten einmal zu gucken wie es die Lebenskwalität unterscheidet sich das zwischen Männern und Frauen?

00:09:00: Dann natürlich mit dem Hintergedanken ob wir Einflussfaktoren auf diese Lebensqualitet ermitteln können und halt diesen Fragen so ein bisschen näher kommen können.

00:09:09: Eine Erkenntnis, die ich dabei hatte ist... gerade festzustellen, was ist denn Gender und wie messig Gender?

00:09:16: Das ist extrem schwer.

00:09:17: Also das geht leider eben nicht mal eben so.

00:09:20: es gibt keinen validierten Fragebogen der für uns schon irgendwie hundert Fragen zusammengestellt hat wo man sagt okay dass jetzt hier typisch Frau oder Typisch Mann oder ja also da muss man sich mit wirklich vielen Gender-Merkmalen ran tasten an das Thema

00:09:37: Oh, krass.

00:09:37: Das klingt natürlich sehr komplex!

00:09:39: Also wenn wir jetzt aber noch mal einen Schritt zurückgehen und nochmal an die Frauen denken, die sich jetzt tatsächlich entweder komplett gegen eine Chemo entscheiden oder sie zwar anfangen, aber dann früher abbrechen oder die Dosis reduzieren ... Welche Folgen kann das für die erkrankten Frauen denn haben?

00:09:57: Wenn Sie quasi diesem Therapieplan der eigentlich in der Leitlinie empfohlen wird nicht so folgen

00:10:02: also wenn einer Frau ihr nach Leitlinien empfohlenen Therapie nicht in Anspruch nimmt.

00:10:09: Und jetzt sagen wir beispielsweise mit einem Speiseröhrenkarzinom, sich zwar operieren lässt und vielleicht auch vorher schon eine Chemotherapie gemacht hat vor der Operation was wir auch sehr regelmäßig empfehlen und da vielleicht keine besonders guten Erfahrungen hatte vertragen hat.

00:10:25: Dann die Operation, ist ja auch keine Kleinigkeit so eine Operation gemacht hat dass dann Frauen sagen okay jetzt möchte ich aber die Empfohlen nicht Chemotherapie nicht macht das kann tatsächlich das Outcome also die Immortalität beeinflussen.

00:10:40: Also das bedeutet dass sie ein kürzeres Überleben haben die Frauen und das ist ein Punkt wo ich persönlich finde, dass da Aufklärung ganz wichtig ist.

00:10:49: Also Frauen genau wie Männer gut aufzuklären.

00:10:53: was habe ich davon wenn wir die Chemotherapie jetzt machen?

00:10:57: Wie können wir vielleicht die Nebenwirkungen besser in den Griff kriegen?

00:11:00: Oder vielleicht gehen wir dem noch mal auf den Grund, warum dieser Patient oder Patientin die Therapie jetzt gerade ablehnt.

00:11:08: Weil letztendlich ist es eine Krebserkrankung und es geht dann wirklich um das Überleben.

00:11:12: Und da gibt's genügend Studien, die sagen mit Chemotherapie oder ohne Chemotherapien im Durchschnitt um so-und-so viele Monate verringerte Lebenszeit.

00:11:21: Das!

00:11:23: Das sind ja echt drastische Folgen, wenn man dann im Grunde genommen als betroffene Frau mit dem eigenen Tod rechnen müsste.

00:11:30: Also mit einem früheren eigenen Tod.

00:11:32: Da scheint mir das total unvernünftig zu sein dieser ärztlichen Empfehlung nicht zu folgen!

00:11:38: Hast du schon eine Hypothese?

00:11:41: Was die Frauen daran hindert, diese medizinischen Empfehlungen gänzlich zu folge?

00:11:46: Also was wir auf jeden Fall festgestellt haben, ist dass die Chemotherapien von Frauen einfach schlechter vertragen werden und denen glaube ich auch häufiger eine Dosisreduktion angeboten wird.

00:11:58: Und was wir jetzt versuchen zu beantworten, ist das wir diese Frauen oder die Patientinnen ermitteln – was haben sie vielleicht gemeinsam?

00:12:08: Sind das zum Beispiel die Patienten, die einen Angehörigen zu Hause pflegen?

00:12:13: und sagen, ich habe nicht die Zeit oder die Ressourcen.

00:12:15: Ich kann das einfach nicht machen!

00:12:17: Ich wege es ab.

00:12:18: Es geht ja nicht darum, dass Frauen das intellektuell nicht durchblicken, sondern sie sich aktiv dagegen entscheiden.

00:12:26: zum Beispiel die Patienten, die einen Angehörigen pflegen.

00:12:29: Oder sind das die Patientinnen, die die Brötchen verdienen?

00:12:34: Das haben wir auch oft, dass einer in der Familie der Brötchendverdiener ist also der Hauptverdiner, der sagt nee ich muss jetzt ran und wir sind selbstständig und der Laden läuft nicht und ich habe hier überhaupt keine Zeit mehr.

00:12:45: Und das sind so Gender-Merkmale, so Genderaspekte.

00:12:48: Das heißt wir versuchen in der Studie wo wir die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erheben und die miteinander vergleichen.

00:12:55: Da versuchen wir halt solche Einflussgrößen zu ermitteln weil wir genderso nicht erhebem können.

00:13:00: und dann gucken wir halt was für eine schulische Ausbildung haben sie gemacht?

00:13:04: Was dafür ein Karriereweg haben die ungefähr gemacht?

00:13:07: Sind das Akademikerjau?

00:13:08: oder nein wie ist das Einkommen in diesen Familien?

00:13:12: es sind Sie verantwortlich für Arbeit im Haushalt und für die Kinder oder sind sie verantwortlich fürs Geld verdienen, oder teilen Sie sich das vielleicht gut?

00:13:21: Wie viele soziale Kontakte haben die.

00:13:23: Das sind alles so Sachen, die damit reinfließen.

00:13:25: Und danach versuchen wir es zu ermitteln ob wir da einfach Einflussgrößen finden können um dann eine bestimmte Gruppe an Patienten weil darum geht's letztendlich besser abgreifen zu können und die nochmal gezielter aufklären zu können.

00:13:40: Das ist eigentlich das, was mich motiviert für diese Arbeit und wo ich wirklich ein Interesse daran habe.

00:13:47: Es geht gar nicht darum, irgendwen zu irgendwas zu überreden mit Sicherheit an viele Leute viele gute Gründe etwas zu machen oder was nicht Und man sollte auch keine Patienten-Patientinnen bevormunden.

00:13:59: Aber es geht um eine gute Aufklärung an der Stelle und das ist mir wirklich wichtig Und da könnte ich mir auch vorstellen, dass man da was erreichen kann.

00:14:07: Dass wenn man auch gerade Frauen aufklärt vernünftig und sagt, guck mal, wenn du das jetzt machst dann hast du ein besseres Ergebnis als alle Männer die das machen würden.

00:14:16: sollen wir es nicht nochmal probieren und in der vollen Dosis.

00:14:19: Wenn's nicht geht, dann gehts nicht.

00:14:20: aber einfach eine gute Aufklärungsarbeit zu leisten und Risikogruppen an Frauen, an Männern zu identifizieren und die man sich besonders kümmern muss.

00:14:30: Weil das ist natürlich nicht alle Patienten, die meisten folgen unseren Empfehlungen.

00:14:34: aber dass man eine Risikogruppe identifiziert und sagt guck mal jetzt nur beispielsweise... Das ist noch nicht unser Ergebnis.

00:14:41: ich habe identifiziert das Frauen mit einem sehr geringen Einkommen, die sich um ihre Angewöhrigen kümmern und die pflegen und die ganze Arbeit im Haushalt machen.

00:14:50: Das sind klassischerweise die, die dann die Chemotherapie nicht in Anspruch nehmen oder nur sehr kurz- oder in der reduzierten Dosis, dass man sie dann nochmal besser rausnimmt und noch mal besser aufklären kann.

00:15:03: Weil ich glaube, man kann das Gesundheitssystem und die gute Arbeit nicht für alle sofort übertragen.

00:15:08: Aber Risikogruppen identifizieren, was mir wirklich wichtig ist?

00:15:13: Das wäre schon ein sehr großer Fortschritt.

00:15:15: Wenn man dann quasi nicht per Gießkern-Prinzip einfach alle gleich berät, sondern wirklich darauf schaut wie sind die individuellen Lebensumstände der jeweiligen Person.

00:15:25: Und davon würden ja nicht nur Frauen profitieren, sondern auch Männern.

00:15:28: Genau!

00:15:29: Weil diese Fragestellung also welche Rolle spielen vielleicht... ökonomische Zwänge oder auch Kehrverantwortung bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie kann ja durchaus auch für Männer ne relevante Fragestellung sein.

00:15:44: Und das wäre natürlich spannend, wie sich dann solche Ergebnisse auf die etablierte Beratungspraxis... auswirken könnten.

00:15:52: Also würdest du dann als Fernziel in deinem Projekt schon auch sagen, dass du Beratungsempfehlungen aussprechen würdest?

00:15:59: Also wie man quasi dann in der Praxis mit den betroffenen Patientinnen und Patienten spricht, worauf man sie anspricht

00:16:05: usw.?

00:16:06: Also ich glaube, der erste Schritt ist wenn wir solche Arbeit anfangen und das ja auch perspektivisch publizieren.

00:16:13: Und wenn dass immer mehr Leute machen, dass das einmal präsenter wird, dass es leichter wird diese Informationen abzugreifen und zu sammeln weil wir können nur über unsere Patienten jetzt forschen Dass man das zusammenfasst in großen Meteranalysen und dass man dann so wie bei der normalen Leitlinienarbeit zur Empfehlungen, zur Therapie von Tumoren, dass man das mit aufnimmt Das irgendwann, also die spanische Gesellschaft zum Beispiel für Leitlinienarbeit hat das schon gesagt.

00:16:41: Wir müssen eigentlich Männer und Frauen unterschiedlich berücksichtigen in den Leitlnien.

00:16:45: Und ich denke, dass wird auf jeden Fall das Ziel sein.

00:16:49: nur, dass wir zu diesem Ziel kommen.

00:16:51: dafür müssen ganz viele kleine Arbeiten gemacht werden überall in den Kliniken dann größere übergeordnete Dass wir z.B.

00:16:59: Landeskrebsregister abrufen die Daten und dann natürlich irgendwann Registerstudien auch durchführen.

00:17:06: Aber das wird sich wie so ein Mosaik zusammensetzen und perspektivisch gehe ich fest davon aus, werden Empfehlungen für Männer und Frauen unterschiedlich ausgesprochen werden

00:17:15: ja.".

00:17:15: Das wäre natürlich ein sehr gutes Fernziel wenn das dann eines Tages erreicht würde.

00:17:20: und dafür legst du jetzt sozusagen den Grundstein mit diesem Projekt wo ich nochmal einmal drauf zurückkommen will weil du es ebenso in einem fast Nebensatz erwähnt hast als ob das was ganz grundlegendes wäre.

00:17:35: Du hast gesagt, es gibt gar keinen Fragebogen mit dem du diese Gender-Unterschiede quasi erfassen könntest?

00:17:43: Wie gehst du da denn jetzt vor?

00:17:45: Hast du deinen eigenen Fragebogen entwickelt und wie hast du das gemacht?

00:17:50: Ja, das war wirklich am Anfang für mich ein Problem weil ... Wir unterscheiden ja Naturwissenschaftler und Geistes-Wissenschaftler.

00:17:57: Und wir sind in der Medizin eher die Naturwissenschaftlern zugeordnet, obwohl die Natur- wissenschaftler uns nicht als richtige Naturwissen- schaftler ernst

00:18:05: nehmen.

00:18:06: Das ist ein anderer Bayeris!

00:18:07: Dann

00:18:07: sein anderer Bayers.

00:18:08: aber für mich im meiner Position ist das natürlich eine... riesige Aufgabe, einen Fragebogen selber zu entwickeln.

00:18:17: Oder halt diese ganze Geisteswissenschaftliche Arbeit, die hinter so einem Frageboggen stehen kann zum Machen und den Fragbogen zu validieren.

00:18:25: Das heißt das Schöne ist eigentlich wir haben z.B.

00:18:28: zum Erfassen der Lebensqualität.

00:18:29: dann gibt es international verwendete validierte Fragebögen, die wir gut nehmen können übertragen können und natürlich unsere Ergebnisse auch gut vergleichen können.

00:18:38: Dann habe ich festgestellt okay für Gender gibt's das nicht?

00:18:42: Was irgendwie auch krass ist.

00:18:43: Wir haben zwanzig, sechsundzwanzig und es gibt so einen Fragebogen nicht!

00:18:47: Also ...

00:18:48: Und hab dann mich damit beschäftigt und hatte auch hier Unterstützung von der AG Gendermedizin an der Uni Bielefeld, dass man dann sagt okay jetzt lassen wir mal so stehen oder wir setzen das fest, dass es Gender irgendwie gibt?

00:19:04: ohne dass wir das jetzt ganz genau den Finger drauflegen können, bei dem und bei dem.

00:19:08: Sondern wir sagen okay es gibt Gender-Unterschiede Das nehmen wir als Hypothese an Und wir wissen auch ungefähr welche Merkmale wir dem zuordnen können.

00:19:16: Dann habe ich aus etablierten Fragebögen mir genau solche Fragen rausgesucht die das einfach so ein bisschen mit abgreifen können.

00:19:23: dann werde ich halt gucken ob das einen Einfluss darauf hat oder nicht.

00:19:26: weil einfach zu sagen ja ist Typisch Mann ist typisch Frau, ich habe hier ganz klare Gender-Aussage.

00:19:32: Das ist so nicht möglich und deshalb ist das auch ein schwieriges Thema gerade im medizinischen Bereich da voranzukommen.

00:19:40: Da brauchen wir mit Sicherheit noch die Unterstützung von vielen Geisteswissenschaftlern und noch von vielen anderen Wissenschaftlern um dem näher zu kommen weil es unsere Patienten betrifft und weil sie eine große Auswirkung hat.

00:19:52: aber dass zu erforschen ist gar nicht so einfach.

00:19:55: Aber dieser Fragebögen, den du da jetzt für dieses spezielle Projekt entwickelst, wäre der auch anwendbar auf andere Forschungsprojekte?

00:20:04: Also andere Forschungfragen jenseits von deinem speziellen Thema Ösophagus und Magenkarzinome.

00:20:10: Ja also für unsere, für internere andere Forschungen Projekte kann ich denen mit Sicherheit anwenden weil wie gesagt einfach von etablierten Fragebürgen andere Fragen rausgenommen wurden und dann einfach wieder verwendet werden, um diese Merkmal abzurufen.

00:20:25: Ich erhoffe mir, dass wir mit meiner Studie schon mal sehen ... Die Frage hat jetzt gar nicht getaugt oder da ist nix rumgekommen.

00:20:32: Aber das ist eine richtig gute Frage!

00:20:34: Mit dieser Frage können wir schauen, ob es Unterschiede gibt?

00:20:38: Oder das ist ne gute Einflussgröße, die wir da messen.

00:20:41: Das erhoff ich mir mit der Studie ja.

00:20:42: D.h.,

00:20:43: deine Studie hat sozusagen auch noch das gute Kollateral ... Produkt sozusagen am Ende vielleicht einen Fragebogen auszuspucken, der noch für andere Forschungszwecke auch mit eingesetzt werden kann.

00:20:56: Ja auf jeden Fall ja

00:20:57: Ganz grundsätzlich noch mal zu der Frage, wie du überhaupt auf dieses Forschungsfeld gekommen bist.

00:21:03: Du bist ja Chirurgin allgemein und Visceralchirurgie?

00:21:08: Wie kam es dazu, dass du dich so sehr auf Speiseröhre- und Magenkrebs spezialisiert hast?

00:21:14: Also zum einen ist es eine extrem interessante Erkrankung vom Chirugischen her ... Also die Operationen sind komplex, das ist schon so die Königsdisziplin in der Visceralchirurgie.

00:21:28: Das ist jetzt keine kleine Operation.

00:21:30: Dann haben wir das große Glück dass wir eine große Klinik sind mittlerweile ja Universitätsklinik und wir sind auch Speiseröhren- und Magenkrebszentrum.

00:21:39: also wir haben auch die Patientenzahlen ganz ausrein praktischen Erwägungen, lohnt sich immer nicht an was zu forschen.

00:21:45: Was gar nicht da ist nur wenn man es interessant findet und deshalb hat sich das gut angeboten.

00:21:53: Und dann haben wir ja eine ganz frisch gegründete medizinische Fakultät und ich habe gerade schon gesagt Wir sind eine von den ganzen neuen Universitätskliniken und Da mussten wir natürlich anfangen mit dem zu arbeiten was wir haben Und da hat sich diese Forschungsfrage auch gut angeboten, weil wir erst mal unsere eigenen Daten verwenden können und weil wir die Patienten haben.

00:22:16: Wenn wir Fragebögen neben dies schon gibt oder wenn wir uns so Fragebügen zusammenstellen, dann können wir das erstmal starten.

00:22:23: Weil da können glaube ich viele was mit verbinden.

00:22:27: Die medizinische Fakultät ist neu hier wurden ganz ganz viele Labore erstmal neu aufgebaut ausgestattet gegründet die Arbeitsgruppe gegründe Und da sind wir natürlich auch mit dabei, aber das ist ja nichts was von heute auf morgen geht.

00:22:40: Deshalb brauchten wir auch etwas was wir irgendwie starten können und es ist ein Gleichberechtigung.

00:22:47: Gendermedizin sind Schwerpunkte der unibile Feld.

00:22:51: also dass haben die sich als Leitfaden auch auf die Fahne geschrieben.

00:22:54: das hat auch gut gepasst Und dann hab ich mein Interesse für das Thema einfach ausgebaut und mich damit angefangen zu beschäftigen.

00:23:01: Je mehr ich gelesen habe, desto mehr hab ich gedacht ... Das kann doch nicht wahr sein!

00:23:04: Wieso ist das eigentlich?

00:23:06: Wieso wissen wir das

00:23:06: nicht?!

00:23:07: Warum isst das so?

00:23:08: Nun gilt ja die Chirurky traditionell als ein sehr männlich geprägtes Feld.

00:23:13: Körperlich ist er anstrengend, man muss lange stehen und es gibt kaum Toilettenpausen.

00:23:17: Aber in deiner Abteilung arbeiten erstaunlich viele Frauen!

00:23:21: Ich hab da mal durchgezählt neun Assistenzärztinnen und drei Oberärztinnen aber nur vier Assistenzerzte und vier Oberärzte plus natürlich der Chefarzt auch einen Mann.

00:23:33: Damit sind die Frauen in der Überzahl in deinem Team.

00:23:36: Liegt das jetzt nur an deinem Chef, der einfach viele Frauen eingestellt hat?

00:23:39: Oder würdest du sagen, dass es ein genereller Trend in der Chirurgie

00:23:43: ist.

00:23:43: Also die Medizin wird weiblich.

00:23:45: Das ist ein Trend, den wir schon seit vielen Jahren beobachten.

00:23:48: Also immer mehr Studienanfänger sind Frauen auch dann Studienabsolventen sind Frauen.

00:23:54: also der Stellenmarkt gibt das natürlich auch her.

00:23:57: aber tatsächlich ist mein Chef ganz moderner Chef und ganz offen demgegen übereingestellt.

00:24:04: Und stellt, ich glaube eigentlich nach Leistung ein.

00:24:07: ehrlicherweise also wir haben viele Assistenzärztinnen die wir eingestellt haben.

00:24:12: Die haben bei uns schon das praktische Jahr absolviert und die haben wir dann übernommen.

00:24:16: Also vielleicht nicht in allen Fällen so eine ganz aktive Entscheidung nehmen wir einen Mann oder nehmen wir ein Frau.

00:24:22: Ich will ihm da auch nichts vorwegnemen, aber ich glaube mal mit ihm drüber gesprochen zu haben.

00:24:27: so ein ausgewogenes Verhältnis innerhalb einer Abteilung ist eigentlich immer das beste Arbeitsklima.

00:24:33: Aber so hat sich es jetzt ergeben.

00:24:35: wir haben natürlich noch einen männlichen Chefarzt und einen Übergewicht an Oberärzten, also in den Führungspositionen wenn man's denn so benennen möchte in Führungs- und Leitungspositions sind halt die Männer doch noch stärker vertreten, Das sind wir auch, glaub ich, sehr stolz drauf.

00:24:53: Das ist gut!

00:24:54: Du bist in deinem Team aber trotzdem, wenn ich das richtig mitgekriegt habe die einzige Forschendeärztin?

00:25:00: Welchen Einfluss hat das denn auf deine Forschung, dass du damit im Team alleine bist?

00:25:05: Also zum einen hab ich die volle Unterstützung und Rückhalt von meinem Chef der auch sehr an Forschung interessiert ist und die Projekte hundert Prozent unterstützt.

00:25:15: Zum anderen ... hat sich das so ein bisschen ergeben, dass ich jetzt lange alleine war damit.

00:25:21: Aber ich versuche das auszubauen und auch immer mehr Leute zu akquirieren.

00:25:26: Ich bin fleißig dabei, dass wir gucken, dass Wir mehr Doktorarbeiten verteilen in der Abteilung.

00:25:32: Dass wir die Arbeit besser aufteilen, dass nicht mehr alles alleine machen muss.

00:25:37: Das ist aber bei uns gut gewachsen, würde ich sagen.

00:25:42: Weil wir vorher rein in der Patientenversorgung waren und als wenn wir nicht Universitätsklinik waren einfach keine Forschung gemacht haben und jetzt so langsam da reinkommen und immer mehr machen.

00:25:53: Und ich habe von Anfang an gesagt okay bei mir bietet sich das gerade sehr gut an dass ich das jetzt mache aber hab dann gesagt ok ich übernehme das und habe erst mal angefangen und das war für alle in der Abteilung eine große Erleichterung weil erstmal einer da war der auch gemacht hat Und dann hat das auch den Vorteil ich weit nicht von extern gekommen und hab gesagt, okay hier bin ich jetzt machen wir sondern die kannten mich ja schon alle.

00:26:16: Ich habe ja schon lange in der Abteilung gearbeitet, habe schon mit allen zusammengearbeitet... ...und hab dann gesagt ok guck mal jetzt mache ich das!

00:26:23: Dann gab es irgendwie so ein bisschen gesunde Skepsis.

00:26:28: Das ist erstmal so ok, jetzt schauen wir uns das erst einmal an was sie da tut Und dann aber auch irgendwie so ein Stolz, der entwickelt wurde.

00:26:34: Oder hatte ich auf jeden Fall das Gefühl innerhalb der Abteilung okay ne wir machen jetzt auch was und dann habe ja immer mehr Vorträge gehalten und hab die Leute versucht mit an Bord zu nehmen und zu sagen guck mal dass machen wir und das machen wir.

00:26:44: Und klar wir haben jetzt erst gerade angefangen aber jetzt sind wir auch schon hier So ein bisschen vertreten und hier haben wir was geschafft.

00:26:51: Und jetzt finden die das alle sehr gut, so langsam entwickelt sich eine Dynamik dass ich nicht mehr die Einzige bin und dass jetzt alle so ein bisschen mitmachen.

00:27:01: Ich glaube das ist bei uns in der Abteilung wirklich auf einem gesunden guten Weg entstanden.

00:27:05: Total schön zu hören.

00:27:07: Läuft denn mit der Forschung alles so, wie du es dir erhofft und erwartet hast?

00:27:13: Oder hast du auch manchmal Schwierigkeiten im Forschungsalltag zu bewältigen?

00:27:17: Ja also ich glaube jeder, der forscht kann diese Frage nur auf eine Art beantworten Alles andere würde mich sehr erstaunen.

00:27:27: Also es läuft natürlich alles nicht so wie gewünscht und geplant und gedacht, der Hauptpunkt daran ist aber vor allem dass das alles viel länger

00:27:36: braucht

00:27:37: als man so denkt.

00:27:39: Selbst wenn man denkt, jetzt rechne ich noch mal die Hälfte von dem, was ich dachte obendrauf.

00:27:43: Dann ist man immer noch nicht da.

00:27:45: Also im Krankenhaus malen die Mühlen langsam bis man bestimmte Sachen etabliert hat.

00:27:51: Bis man bestimmten Kontakte hergestellt hat.

00:27:54: Man braucht ja auch immer Leute, die man das dann für Sachen fragen kann, dass man vorankommt, bis man einen Ethikantrag auf den Weg bringt und ein Ethikvotum hat.

00:28:04: Bis man anfängt Patienten zu akquirieren, hat, wann und wo und wie setze ich meine Arbeitskraft ein die natürlich auch limitiert ist.

00:28:14: An welchen Stellen macht das Sinn?

00:28:15: an welchen stellen macht das nicht Sinn?

00:28:17: Welche Aufgaben kann ich gut delegieren?

00:28:19: welche muss sich jetzt leider am Anfang alle erstmal selber machen und wer die dann in Zukunft delegieren können?

00:28:25: und sobald man anfängt sowas zu machen Dann bringt es ein Herr, dass noch ganz viele andere Aufgaben dazukommen.

00:28:33: Also sobald man irgendwie sowas macht ist ja dann kannst du doch auch das machen oder du könntest jetzt auch dieses machen?

00:28:38: Oder willst du das noch nebenbei machen?

00:28:40: und am Anfang habe ich immer gesagt Ja auf jeden Fall um das erst mal aufzubauen.

00:28:46: Und ja jetzt muss man einfach seine Zeit gut einteilen und die dauert alles länger als gedacht.

00:28:52: aber Ich glaube das ist normal.

00:28:54: Wir sind bei nichts gestartet, haben aber auch viel Unterstützung von der Universität muss ich sagen.

00:29:00: Die neue medizinische Fakultät die das Problem kennt, die auch beim Nichts gestartet sind und ja haben da auf jeden Fall sind auf extrem viele hilfsbereite Menschen getroffen mit denen wir jetzt gut zusammenarbeiten.

00:29:14: Aber auch diese ganzen Kooperationen müssen erst geknüpft werden Und da versickert die Zeit und man ist am Ende natürlich nicht so schnell wie man das gerne sein möchte.

00:29:23: die Dauer von Forschungsprojekten realistisch einzuschätzen ist, aber auch etwas, was man vermutlich bis zum Ende der eigenen Laufwand nie richtig hinbekommt.

00:29:33: Weil

00:29:34: es können ja immer unvorhergesehene Hindernisse oder Schwierigkeiten auftreten im Verlauf eines Projekts, die halt eben einfach unvorheir gesehen sind und die man deshalb nicht einkalkulieren konnte.

00:29:44: Aber ich glaube das ist etwas womit ganz viele Menschen relating können, die das

00:29:50: jetzt gehört haben.

00:29:52: Zusätzlich bist du ja auch noch Koordinatorin für Forschung und Lehre.

00:29:57: Welche Rolle spielen denn deine Aufgaben, die damit zu tun haben bei der Vereinbarkeit mit deiner Forschung?

00:30:03: Weil das ist ja nochmal ein extra Batzen, der da jetzt auch noch mal oben draufkommt!

00:30:06: Wenn man das eine macht, dann geht es immer Hand in Hand irgendwie mit dem anderen.

00:30:11: Deshalb mache ich jetzt die Lehrkoordination für unsere Abteilung.

00:30:14: Ich mach' das auch extrem gerne!

00:30:17: Ich habe immer gerne Lehre gegeben.

00:30:20: Schon als Studentin habe ich als studentische Hilfskraft gearbeitet und war Vorpräparantin und im Biochemikursen usw.

00:30:28: und sofort.

00:30:28: Also Lehre an sich mache ich gerne.

00:30:30: Die Lehrkoordination mache ich auch wirklich gerne, mit der Uni zusammen sich zu überlegen was Sinn macht welche Konzepte wie die Module ausgestaltet werden.

00:30:39: Jetzt machen wir das auch Standortübergreifend und wir haben ja drei Lehrstühle für Chirurgie also in Detmold auch noch und im EVKB.

00:30:46: Das klappt hervorragend und das nimmt alles Zeit ein!

00:30:49: Also das sind alle Zusatzaufgaben.

00:30:52: aber das habe ich gerade eben schon gesagt dass ist auch alles so ein bisschen wenn man es das erste Mal macht zweiten, dritten jetzt bald viertes Semester das ich das übernommen habe.

00:31:01: Dann wird es auch langsam so ein Selbstläufer und dann geht's auch.

00:31:04: aber man fängt von null an und man hat doch erst mal eine Lernkurve was das angeht.

00:31:09: Und dann kommt man rein und jetzt ist man drin und man kennt alle Leute und hat alle Ansprechpartner in der Uni und in der Abteilung und in den anderen Abteilungen und jetzt wirds langsam deutlich überschaubare.

00:31:21: Du hast eben in so einem Nebensatz auch erwähnt, dass es irgendwie gut ist mit der medizinischen Fakultät eng zusammenzuarbeiten und dass es da von der Seite Unterstützung gab.

00:31:32: Du hast ja gleich mehrere Fördertöpfe der Medizinische Fakulität OWL angezapft.

00:31:37: Du bekommst aktuell für zwei Jahre Mittel aus dem Female Clinician Scientist-Programm ... Und was bedeutet jetzt das?

00:31:45: Wie wirkt sich das auf deine Forschung

00:31:46: aus.

00:31:47: Ja, das war ein wirklicher Glücksgriff.

00:31:49: Das kann ich sehr empfehlen.

00:31:51: alle Ärztinnen, die das vielleicht hören und an Forschungen interessiert sind, die Fördermittel der Unibielefeld wahrzunehmen ... Bei dem, also im Moment das Advanced Female Clinical Scientists Programm ist es so, dass man freigestellt wird von klinischer Tätigkeit und die Uni dafür das Gehalt kompensiert.

00:32:09: Das heißt, man hat geschützte Forschungszeiten in denen man dann nicht für die Patientenversorgung zur Verfügung steht sondern ganz offiziell raus ist aus der Patientenversorgungen und Forschung machen kann.

00:32:20: Und das ist gerade für den Anfang in den Abteilungen wo vielleicht noch nicht so viel Forschung stattfand.

00:32:25: Oder wenn man, vielleicht gibt's da auch schon Forschungsstrukturen in Abteilungen.

00:32:29: Aber wenn man was eigenes Neues aufbaut, dann braucht man am Anfang diese Zeit um reinzukommen und dafür ist das Gold wert.

00:32:36: also Da kann ich wirklich Werbung für machen sich dafür zu bewerben.

00:32:39: Das wird regelmäßig ausgeschrieben von der unibile Feld Und natürlich Braucht man eine eigene Forschungsidee und ein Forschungsvorhaben, was man machen möchte?

00:32:48: Und das habe ich vorhin ja ausgeführt.

00:32:49: Es sollte auch einigermaßen realistisch sein also mit Patienten arbeiten die man hat oder mit Werkzeugen arbeiten die Man hat.

00:32:57: aber dann trifft man auf extrem viel Hilfsbereitschaft an der unibile Feld.

00:33:02: Also sei es durch Kooperation zu den anderen Arbeitsgruppen, dass sie unterstützen.

00:33:07: Man kann die glaube ich alle immer gut ansprechen.

00:33:10: Die waren alle offen.

00:33:11: Die Uni Bielefeld auch die ganzen etablierten Arbeitsgruppe freuen sich das jetzt auch Mediziner mit an Bord sind und vielleicht auch Proben von Patienten mit reinbringen, an denen man forschen kann und nicht nur... Pflanzen, an denen ja hauptsächlich geforscht wurde als Biomaterial die letzten Jahrzehnte.

00:33:28: Dass so was jetzt alles mehr wird und kommt und Ideen da sind.

00:33:32: Ich hab da eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht.

00:33:35: Also ich kann das sehr bewerben!

00:33:39: Im Movement Med-Programm bist du auch noch ein Mentoringprogramm für Ärztinnen und NaturwissenschaftlerInnen.

00:33:47: Und das Programm bringt Frauen zusammen.

00:33:50: es vermittelt auch MentorInnen.

00:33:53: Wie wichtig sind Frauennetzwerke, um beruflich weiterzukommen?

00:33:57: Ich denke, dass das einen hohen Stellenwert hat.

00:34:01: Je länger ich das mache oder überhaupt arbeite in der Arbeitswelt bin, desto klarer wird einem schon, dass der Weg zur Karriere deutlich leichter ist wenn man ... Connections hat.

00:34:14: Das bedeutet jetzt nicht, dass man als Kind mit allen Skifahren musste oder auf dem Golfplatz war die Väter zusammen.

00:34:21: Das meine ich nicht.

00:34:23: aber auf Personen zu stoßen in einer vergleichbaren ähnlichen Situation sind wie man selber.

00:34:29: das ist eine gute Dynamik Das ist einfach eine gute Dynamik.

00:34:33: Und da Leute kennenzulernen, die ja im besten Fall am meisten profitiert man natürlich wenn sie einen Karriere-Schritt weiter sind als man selbst aber die kennen zu lernen und da Kontakte aufzubauen oder vielleicht sogar Freundschaften aufzubauern wie mir das gelungen ist glaube ich dass es total viel wert.

00:34:51: das bringt richtig viel und ich glaube Es vereinfacht den Weg ungemein

00:34:57: Klingt für mich ein bisschen nach einem Plädoyer dazu, sich mit anderen Frauen zusammenzuschließen.

00:35:03: Ja also ich glaube das ist immer ganz gut!

00:35:07: Die Frauen sie sich zusammenschließen wollen sind auch meistens die Frauen, die dem gegenüber sehr offen sind und die da nichts gegen haben wenn jemand irgendwie so auf ihrer Welle mitschwimmt und dann gibt es ganz ganz tolle Frauen ja und dann kann das total hilfreich sein.

00:35:24: da können wir Frauen auch noch gut zusammenhalten.

00:35:27: Ich glaub, die Männer haben das schon früh verstanden und früh gemacht?

00:35:32: Da können wir so ein bisschen aufholen!

00:35:34: Was war denn für dich das wichtigste Learning bisher in dem Mentoring-Programm?

00:35:39: In den Mentoringprogrammen würde ich sagen ... dass ich unterschätzt habe wie schwierig es ist trotz der Unterstützung von der Universität Bielefeld sich die ganzen Informationen, die man so braucht, alleine zu beschaffen.

00:35:54: Also dieses Einzelkämpfer da sein ... Das ist zeitaufreibend und nervenaufreibnd!

00:36:00: Und jeden Anschluss, den man als Kliniker an die Uni kriegen kann, an die richtigen Stellen, an the richtigen Leute, das hilft ungemein.

00:36:17: Jetzt hast du übrigens ja auch noch zwei Kinder?

00:36:20: Eins in der Kita und eins frisch in der Grundschule.

00:36:23: Und dein Partner is ebenfalls

00:36:25: Arzt?!

00:36:26: Der arbeitet als Oberarzt für Plastische Chirurgie in Kassel.

00:36:30: Da müssen ja nicht nur Dienste abgestimmt werden, sondern auch noch Abwesenheiten und Pendelzeiten durch den Job deines Mannes.

00:36:38: Wie regelt ihr denn euer Leben als Familie?

00:36:40: Ja sehr gute Absprachen!

00:36:43: Sehr, sehr guter Absprachen.

00:36:45: Man muss vielleicht einmal dazu sagen ... Also ich will das nicht glorifizieren.

00:36:50: Es ist mit Sicherheit fasenweise sehr anstrengend gewesen.

00:36:56: Man muss sich sehr gut absprechen, man muss ein gutes Team sein.

00:36:59: Wir haben auch Unterstützung durch Familie die vor Ort ist.

00:37:02: bei uns.

00:37:03: das ist auch ein großer Faktor oder nicht zu unterschätzender Faktoren und dann gehört tatsächlich auch dazu dass man sehr viel selber zurück steckt auch über eine lange Zeit.

00:37:16: zum Beispiel nach meinen Hobbys müsstest du mich im Moment nicht fragen Das sind einfach viele private Sachen, wie Hobbys oder Freunde treffen.

00:37:25: Da steht oft zurück.

00:37:27: Dafür ist dann keine Zeit.

00:37:29: Um das unter einen Hund zu kriegen, ist man eigentlich ganz gut beschäftigt und abends auch müde.

00:37:36: Ja

00:37:36: klar!

00:37:37: Gerade das Leben mit kleinen Kindern ... Da ist der Alltag ja oft auch unvorhersehbar.

00:37:42: Also Wutanfälle sind nicht planbar.

00:37:45: und ob die Socke jetzt sich heute Part two nicht anziehen lassen will, an diesen Fuß das sind halt alles so Sachen, die nicht planbare sind.

00:37:52: Und da braucht man glaube ich eine große innere Bereitschaft zur Flexibilität irgendwie neben allen wichtigen Absprachen, die man braucht, um so durch den Alltag durchzuschippern.

00:38:03: Gibt es denn da zwischen dir und deinem Partner manchmal auch Konflikte, wessen Arbeit jetzt Vorrang hat?

00:38:09: Weil immerhin seid ihr beide im Business-Menschenleben zu retten!

00:38:12: Da habt ihr ja beide das ultimative Argument.

00:38:15: Ja ... aber das konnten wir eigentlich immer gut regeln.

00:38:19: Das konnten wir immer partnerschaftlich gut uns abstimmen und gut reglen.

00:38:24: Aber ich will nicht verschweigen, dass das ein Weg war dahin.

00:38:27: Also gerade am Anfang, ich sag mal wenn man jetzt meine Kinder sind vier und sechs Jahre alt.

00:38:32: Jetzt ist man ja auch aus dem Gröbsten langsam raus aber mit einem kleinen Baby zu Hause Wenn alle Grundbedürfnisse von allen Beteiligten gar nicht erfüllt werden.

00:38:43: das ist so eine kritische Zeit.

00:38:45: Aber wenn man das geschafft hat dann wird es ja auch irgendwann leichter Und Dann kann man kann man dass auch Kann man das glaube ich gut abbilden als Familie wenn man sich gut bespricht Ja

00:38:55: okay Na ja, ich glaub das gilt für alle Partnerschaften.

00:39:00: Dass man irgendwie versuchen sollte sich auf Augenhöhe miteinander zu unterhalten.

00:39:06: Das ist aber wahrscheinlich wenn man so herausfordernde Jobs hat wie du und dein Mann nochmal doppelt wichtig!

00:39:15: Ja, bestimmt.

00:39:16: Also man muss auf jeden Fall gucken wo man Abstriche macht.

00:39:19: es geht nicht alles Man kann auch nicht alles perfekt machen und ich glaube wenn man sich davon so langsam distanziert hat was vielleicht auch am Anfang nicht allen leicht fällt Ja dann ist glaube ich okay.

00:39:32: Was ist denn so deine Kraftquelle?

00:39:34: Also, du hast ja irgendwie einen sehr fordernden Alltag mit ganz vielen ... haben wir jetzt eben durchgesprochen.

00:39:41: Ganz viele berufliche Anforderungen an dich, irgendwie Versorgung, Forschung, Lehrkoordination selber unterrichten.

00:39:48: also das ist viel.

00:39:50: und dann hast du in deinem privaten aber auch noch viel mit Menschen für die du verantwortlich bist Mit kleinen Kindern, die am Leben erhalten werden müssen.

00:39:59: irgendwie Und du hast eben gesagt, so ja irgendwie ... Du hast manchmal das Gefühl, da kommst du als Mensch doch auch ein bisschen zu kurz und musst zurückstecken.

00:40:08: Wie schaffst du das trotzdem in deiner Kraft zu bleiben?

00:40:11: Ich

00:40:12: glaube im Moment, was die Arbeit ausmacht ist, dass es einfach eine extrem gute Chance ist.

00:40:18: Ich hab das vorhin schon angesprochen.

00:40:20: der Zeitpunkt, wo ich gesagt habe, ich beschäftige mich mit Forschung.

00:40:24: Dass ich erst mal so Einzelkämpferin war in der Abteilung Das hat mir auch viele, viele Vorteile gebracht.

00:40:33: Dass ich mich da erst mal jetzt etabliert habe und das hat mir sehr viel Flexibilität gebracht.

00:40:39: Auch durch das klinischen Scientist-Programm dass man seine Arbeitszeit hat aber gerade ganz viel Wert darauf gelegt wird, wie man arbeitet.

00:40:50: Also arbeite kann ich zum Beispiel auch meine Stunden ein bisschen verschieben und anpassen.

00:40:55: Und das sind alles Sachen wo ich gedacht habe okay dass ist so eine Unterstützung Das ist so ne einmalige Chance die hier bekomme.

00:41:01: das will ich jetzt machen weil in zehn Jahren muss ich es auch nicht mehr anfangen dann ist Es einfach zu spät Dann wird es jemanden geben dieser meiner Abteilung, der das dann macht.

00:41:12: Ja und es war einfach wie so ein Vakuum und habe gesagt okay wenn nicht jetzt, dann geht's nicht mehr!

00:41:18: Also natürlich könnte ich auch meine Zeit gut füllen ohne die Arbeit.

00:41:23: Der Tag würde rumgehen, selbstverständlich, da hast du völlig recht aber ja wenn nicht jetzt dann ist irgendwann der Zug abgefahren und deshalb war mir das total wichtig dass sich jetzt noch mal Gas gebe.

00:41:35: also deine intrinsische Motivation ist

00:41:37: einfach total hoch.

00:41:38: Und man muss auch sagen, als Mediziner das lange Studium.

00:41:42: Eine experimentelle Doktorarbeit.

00:41:44: Dann hab ich ja noch mal studiert in MHPA gemacht und dass jetzt alles nur für Hausfrauenmutter ... Das entspricht gar nicht meinem naturell!

00:41:57: Ja, verstehe ich gut.

00:41:58: Wir kommen langsam zum Ende aber zwei Fragen habe ich noch.

00:42:05: Was hättest du gerne schon früher gewusst?

00:42:08: Ja, gewusst.

00:42:09: Also dass ich das mal machen werde was ich jetzt mache, das hätte ich gerne früher gewusst weil dann hätte ich früher angefangen mit ganz kleinen Forschungsprojekten.

00:42:21: Das ist das was ich sagen muss.

00:42:22: wenn ich das irgendwie so vor Augen gehabt hätte.

00:42:26: klar war der Alltag auch ohne Kinder mit einem Vollzeitjob in der Klinik anstrengend.

00:42:31: aber da hätte ich wirklich früher wäre ich eingestiegen Das muss ich sagen.

00:42:35: Wenn ich das gewusst hätte, früher einfach mal ein Case-Report irgendwie versuchen zu publizieren und so ein bisschen dranbleiben und mehr aktuelle Sachen zu lesen und sich in einem Thema schon einen zu fuchsen während der Assistenzarztzeit nicht erst als Oberärztin ... Das ist eine Sache, die hätte ich auf jeden Fall anders gemacht, glaub ich ja.

00:42:57: Welchen Rat hast du für Medizinstudentinnen oder junge Ärztinnen mit Forschungsinteresse?

00:43:03: auf jeden Fall machen, wenn Interesse da ist.

00:43:07: Ich weiß natürlich von vielen Kollegen wie hoch die Widerstände sind in der Klinik das durchgesetzt zu bekommen auch das zeitlich zu schaffen.

00:43:16: ich habe das aber ja jetzt in unserem Gespräch auch schon gesagt.

00:43:18: es gibt wirklich Unterstützung von der Uni Die Förderprogramme von der uni wahrnehmen sich informieren sich Sachen zu überlegen Anschluss zu finden an Leute mit ähnlichen Interessen und dann mit kleinen Projekten anzufangen.

00:43:32: Das würde ich auf jeden Fall machen.

00:43:35: Und ich glaube, selbst der trockenste Chefarzt, der davon nicht begeistert ist ... Man kriegt schon die Leute auch so mitmotiviert, wenn man kleinere Erfolge vorzuweisen hat und eine Abteilung kann sich damit identifizieren.

00:43:51: Ich glaube trotz hoher Initialer Widerstände würde ich da zu raten, Fördermöglichkeiten wahrzunehmen, die es gibt... erst mal mit kleinen Projekten zu starten.

00:44:03: Wir müssen nicht den Nobelpreis gewinnen sofort, aber mit einem ganz kleinen Projekt, was einen wirklich interessiert, dass man das anfängt.

00:44:11: Niederschwellig!

00:44:12: Okay ...

00:44:13: Ich finde, das ist ein total guter Abschluss.

00:44:15: Liebe Marie, vielen Dank für deine Offenheit.

00:44:18: Ich find's richtig toll, dass du heute meine Gästin warst und ich ... Für mich war es ein superspannendes Gespräch.

00:44:24: Danke schön, Sarina, freu' ich mich sehr.

00:44:39: Für weitere Infos, schau gerne in die Shownotes.

00:44:42: Da hab ich dir Maris Universitätsklinik verlinkt und du findest Infos zum Female Clinischen Scientist-Programm und zum Mentoring Programm Movement Med.

00:44:50: Danke, dass du heute zugehört hast!

00:44:52: Wenn du Fragen oder Anmerkungen zur Folge hast, schreib mir gern eine Mail an kommunikation.medizinatuni-bielefeld.de Und vergesst nicht den Podcasts zu abonnieren – dann verpasst du keine Folge.

00:45:04: Ich bin Dr.

00:45:05: Sarina Bornkessel und wir hören uns in der nächsten Karriere-Sprechstunde!

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